Gedenken an Anschlag in München
Steinmeier fordert mehr Einsatz gegen Rassismus

Zum zehnten Jahrestag des Anschlags beim Münchner Olympia-Einkaufszentrum hat Bundespräsident Steinmeier mehr Engagement im Kampf gegen Rassismus verlangt. Über Ursachen und Konsequenzen solcher Verbrechen dürfe nicht geschwiegen werden, sagte Steinmeier bei der Gedenkveranstaltung in der bayerischen Landeshauptstadt.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt am Gedenkakt der Landeshauptstadt München anlässlich des 10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teil.
    10. Jahrestags des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)
    "Begreifen wir es endlich: Zuwanderungsgeschichte haben nicht nur einzelne Menschen - unser ganzes Land hat sie. Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund. Das macht uns aus", betonte Steinmeier. Zugleich verwies er darauf, dass es für die Hinterbliebenen und Angehörigen zu lange gedauert habe, bis der rechtsterroristische Anschlag in dem Einkaufszentrum auch als solcher anerkannt worden sei. Auch Bayerns Landtagspräsidentin Aigner und Münchens Oberbürgermeister Krause sprachen bei dem Gedenkakt.
    Um 17:51 Uhr stand München vielerorts für eine Gedenkminute lang still. Busse und Bahnen stoppten, Menschen hielten schweigend inne. Um diese Zeit am 22. Juli 2016 hatte ein 18-Jähriger die ersten Schüsse abgegeben - auf acht Jugendliche und eine Erwachsene, die seinem rassistischen Feindbild entsprachen. Einige der Opfer hatten türkische, griechische oder albanische Wurzeln, andere gehörten der Gruppe der Sinti und Roma an. Der Täter erschoss sich anschließend selbst. 
    Diese Nachricht wurde am 23.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.