Freitag, 19. April 2024

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175. Jahrestag der Märzrevolution von 1848
Steinmeier und Giffey eröffnen "Wochenende für die Demokratie"

Bundespräsident Steinmeier und Berlins Regierende Bürgermeisterin Giffey haben die Feiern zum 175. Jahrestag der Märzrevolution von 1848 eröffnet. Dazu wurde eine Straßenbarrikade nachgebaut, die die damaligen Kämpfe symbolisieren soll.

18.03.2023
    Franziska Giffey (SPD, l-r), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Bundespräsident Frank Walter-Steinmeier und Cornelia Seibeld (CDU), Parlamentspräsidentin im Berliner Abgeordnetenhaus, stehen mit Schildern vor der Installation einer Barrikade am historischen Schauplatz bei Eröffnungsveranstaltung des Berliner Wochenendes für die Demokratie zum 175. Jahrestag der Märzrevolution von 1848. An dies
    Erinnerung an den 175. Jahrestag der Märzrevolution von 1848 in Berlin (picture alliance / dpa / Carsten Koall)
    Giffey erinnerte an die Rolle von Frauen wie Lucie Lenz und Louise Aston: "Tapfere Frauen und Männer und gingen für eine demokratische Gesellschaft auf die Straße und wortwörtlich auf die Barrikade." Die Sozialdemokratin erinnerte auch an den Kampf der Frauen im Iran um ihre Menschenrechte und an Frauen, die wegen des Kriegs in der Ukraine Schutz in Deutschland suchen.
    Bundespräsident Steinmeier betonte: "Demokratie braucht vor allem engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich für diese Demokratie immer wieder engagieren, einsetzen und verteidigen." Die Märzrevolution habe wichtige Impulse für die Demokratie in Deutschland geliefert. "Presse- und Meinungsfreiheit, individuelle Freiheiten jeder Art, das Recht sich zu versammeln, alles das stammt aus dieser Zeit", sagte Steinmeier. Er hatte bereits am Vortag in einer Ansprache im Schloss Bellevue den Mut der Menschen gewürdigt, die vor 175 Jahren für liberale Freiheitsrechte aufgestanden seien.

    Appell an Bund und Länder

    Dabei hatte Steinmeier auch an die Parlamente in Bund und Ländern appelliert, die Demokratiegeschichte stärker im Bewusstsein der Deutschen zu verankern. Auch das Datum des 18. März müsse einen besonderen Platz bekommen. Es stehe nicht nur für einen Höhepunkt der deutschen Revolution. An diesem Tag hätten deutsche Jakobiner 1793 in Mainz die erste Republik auf deutschem Boden errichtet. Am 18. März 1990 habe die erste freie Volkskammerwahl der DDR stattgefunden.

    Kulturstaatsministerin Roth: Freiheit muss verteidigt werden

    Auch Kulturstaatsministerin Roth (Grüne) sprach mit Blick auf die Revolution von 1848 von einem der bedeutendsten Ereignisse der deutschen Demokratiegeschichte. Mutige Menschen seien vor 175 Jahren für Freiheit, Gleichberechtigung und Menschenrechte auf die Straße gegangen. Dies müsse immer wieder aufs Neue verteidigt werden.

    Die Revolution von 1848

    In Berlin wird heute und morgen an die damaligen Ereignisse erinnert. Ausgehend von Frankreich war es 1848 in vielen Städten des Deutschen Bundes zu revolutionären Erhebungen gekommen. In Berlin eskalierten sie zu Barrikadenkämpfen am 18. und 19. März mit mehreren hundert Todesopfern.
    Weiterführender Link: Die Revolution von 1848 und ihr Vermächtnis
    Diese Nachricht wurde am 18.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.