
Wie der Online-Dienst "Flurfunk" berichtet, wird es auch für die Sendereihen "Raus aufs Land" und "Naturfilm" keine neuen Folgen mehr geben. Die insgesamt sechs schon geplanten Folgen des "Tatort" beziehungsweise "Polizeiruf 110" sollen aber noch produziert werden.
Darüber hinaus will der MDR demnach seine Social-Media-Aktivitäten um 30 Prozent reduzieren. Konkret geht es darum, Podcasts mit weniger als 6.000 Hörern pro Monat einzustellen.
Schon Ende vergangener Woche hatte der MDR bestätigt, dass er das vor knapp drei Jahren vom RBB übernommene "Mittagsmagazin" wieder abgibt. Künftig soll die im Wechsel mit dem ZDF ausgestrahlte Sendung vom NDR produziert werden.
200 Mitarbeitende betroffen
Betroffen sind mindestens 200 Mitarbeitende, wobei aktuell noch unklar ist, ob auch feste Stellen wegfallen. Auch das Magazin "MDR um 2" soll ersetzt werden - durch ein streamingoptimiertes Nachrichtenformat. Hier sind weitere 40 Stellen betroffen. Zum Jahresende will der Sender außerdem die UKW-Verbreitung der Radiowelle MDR-Sputnik einstellen und das Programm nur noch digital verbreiten.
Die Sparmaßnahmen wurden dem Bericht zufolge dem Rundfunkrat erläutert und sollen am Dienstag im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung auch senderweit verkündet werden.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk unter Druck
Hintergrund der Einsparungen ist auch beim MDR die schwierige Finanzlage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Eigentlich sollte der Rundfunkbeitrag Anfang 2025 von 18,36 Euro auf 18,94 Euro steigen. Dies wurde von den zuständigen Bundesländern aber nicht umgesetzt. ARD und ZDF haben deshalb Klage vor dem Bundesverfassungsgericht erhoben, Karlsruhe hat aber noch nicht entschieden.
Der im Dezember in Kraft getretene Reformstaatsvertrag erhöht den Druck auf ARD, ZDF und Deutschlandradio, Strukturen zu verschlanken und Kosten zu senken. Dazu soll es auch mehr Kooperationen innerhalb der ARD sowie eine stärkere Konzentration auf digitale Angebote geben.
Diese Nachricht wurde am 11.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
