
Wer in den Umrissen des Sternbilds eine leicht verbogene Wünschelrute erkennt, findet Algol fast am Ende des rechten Griffes. Normalerweise ist er der zweithellste Stern der Figur.
Heute Abend aber werden aufmerksame Beobachter einen allmählichen Helligkeitsabfall erkennen. Am deutlichsten wird dies im direkten Vergleich mit seinem rechten Nachbarstern Rho Persei: der Helligkeitsunterschied zwischen beiden Sternen nimmt stetig ab, bis Algol gegen 22 Uhr sogar geringfügig dunkler erscheint als dieser.

Wenig später kehrt sich die Entwicklung um, und in den folgenden Stunden steigt die Helligkeit von Algol wieder auf den normalen Wert an. Sie bleibt dann bis Samstagabend unverändert.
Algol ist der bekannteste Bedeckungsveränderliche. Dort umkreisen sich zwei eng benachbarte Sterne so, dass der hellere von beiden alle knapp drei Tage hinter dem dunkleren entlang zieht.
Da während dieser Zeit sein Licht nicht bis zu uns vordringen kann, nimmt die Gesamthelligkeit beider Sterne dann vorübergehend ab – so wie heute Abend. Im Altertum galt die Veränderlichkeit Algols dagegen als unheimlich, weil die Sterne idealerweise mit himmlischer Konstanz leuchteten.
Das bezeugt auch sein Name, hieß Algol doch im Arabischen ursprünglich Ras al gul - und das bedeutet so viel wie Kopf des Dämons.