Südamerika
Stichwahl in Peru begonnen - Fujimori gegen Sanchez

In Peru hat die Stichwahl für das Präsidentenamt begonnen.

    Porträts der beiden Kandidaten Keiko Fujimori und Roberto Sanchez nebeneinander. Beide sprechen jeweils in ein Mikrofon.
    Die Konkurrenten Keiko Fujimori und Roberto Sanchez. (AFP / STRINGER CONNIE FRANCE)
    Die Stimmlokale öffneten um 14.00 und schließen um Mitternacht unserer Zeit.
    Es kandidieren die rechtsgerichtete Politikerin Keiko Fujimori, Tochter des gestorbenen autokratischen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, und der linksgerichtete Bewerber Roberto Sanchez. Sanchez war einst Minister des abgesetzten und mittlerweile inhaftierten Präsidenten Pedro Castillo. Beide Bewerber lagen in jüngsten Umfragen gleich auf.
    Der Wahlgewinner wird der neunte Staatschef seit 2016. Hintergrund der politischen Instabilität ist ein Verfassungsartikel. Dieser ermöglicht es dem Parlament, das Präsidentenamt wegen - Zitat - "permanenter moralischer Unfähigkeit" des Inhabers für vakant zu erklären. In der Bevölkerung herrscht Medienberichten zufolge Unmut. Peru sei zum Gespött anderer Länder geworden, weil der Präsident ständig ausgewechselt werde, heißt es. Das Volk wähle einen Präsidenten – und das Parlament setze ihn wieder ab.
    Im Moment ist José María Balcázar als Interimspräsident im Amt. Für den inhaftierten Ex-Staaatschef Sanchez wurde vorgestern ein Gerichtsprozess im Zusammenhang mit Parteienfinanzierung angesetzt.
    Mehr Informationen:
    Keiko Fujimori – die alte Bekannte der peruanischen Politik
    Vor der Stichwahl herrscht Angst vor neuer Regierungskrise (Audio-Link)
    Diese Nachricht wurde am 07.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.