"Die Ängste der Deutschen"
Stimmung im Land hellt sich laut Studie auf - Bundesbürger treiben etwas weniger Sorgen um als früher

Die Stimmung der Deutschen hat sich trotz der zahlreichen Krisen etwas aufgehellt.

    Passanten gehen durch eine Fußgängerzone in München.
    Nur 22 Prozent haben diese Sorge, so wenige wie noch nie seit Beginn der jährlichen Untersuchung im Jahr 1992. (Sven Hoppe/dpa)
    In der von der R+V-Versicherung seit 1992 veröffentlichten Studie "Die Ängste der Deutschen" sank der Angstindex von 45 Prozent im Jahr 2023 auf 42 Prozent in diesem Jahr. An erster Stelle der größten Sorgen bleibt demnach die Angst vor steigenden Preisen. 57 Prozent fürchten steigende Lebenshaltungskosten - vor einem Jahr waren es mit 65 Prozent der Befragten aber noch deutlich mehr. Ähnlich deutlich nahm die Sorge vor teurem Wohnraum ab, die auf Rang drei der Ängste landete und die 52 Prozent der Befragten teilen. Einen neuen Tiefstand in der Langzeituntersuchung erreichte die Sorge um den eigenen Job. Nur 22 Prozent haben sie, so wenige wie noch nie seit Beginn der jährlichen Untersuchung.
    Auf Platz zwei der größten Ängste stieg die Sorge davor, dass die Zahl der Flüchtlinge den Staat überfordert. 56 Prozent der Befragten teilen diese Befürchtung, der Anteil ist damit unverändert groß. 51 Prozent der Befragten haben die Sorge, dass es durch Zuzug aus dem Ausland zu Spannungen innerhalb der Gesellschaft kommt. Diese Sorge steht nun auf Platz vier der Liste, vor einem Jahr lag sie nur auf Platz zwölf.
    Das Thema Migration und Flucht sorgt damit allerdings weiter für deutlich weniger Sorgen als im Jahr 2016, als zwei Drittel der Befragten eine Überforderung des Staats fürchteten. Im Osten Deutschlands sind aktuell die Sorgen wegen Migration deutlich ausgeprägter als im Westen, 60 Prozent fürchten dort eine Überforderung des Staats.
    Trotz des diesjährigen Hochwassers in drei Gebieten Deutschlands und fortschreitenden Klimawandels spielen die Ängste vor Naturkatastrophen und Klimawandel eine kleinere Rolle und stehen in der Studie auf den Plätzen 13 und 15 der größten Sorgen. In Ostdeutschland erreichen beide Sorgen ihren Tiefstand.
    Für die repräsentative Erhebung wurden zwischen Juni und August 2.400 Männer und Frauen ab 14 Jahren befragt.
    Diese Nachricht wurde am 09.10.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.