Mittwoch, 22. Mai 2024

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Legendenbildung im Jazz
Storytelling & Telling Stories

„Eine Geschichte erzählen“, das ist eine Grundanforderung an ein Jazz-Solo. Um die Musikform spinnen sich nach 100 Jahren zahllose Storys, Mythen und Überhöhungen. Auch um die Frage: wer hat den Jazz "erfunden"? Eine Sendung über Dichtung und Wahrheit im Jazz.

Von Karsten Mützelfeldt | 17.03.2022
Auf dem s/w Bild spielt ein Mann an einem aufgeklappten, verzierten Flügel. Dabei hat er den Blick in die Kamera gerichtet.
Er behauptete, 1902 den Jazz persönlich erfunden zu haben: Jelly Roll Morton (ca. 1885 - 1941). (imago/United Archives International Ferd )
Es fängt mit dem Ursprung des Genres an und geht mit der uneindeutigen Herkunft des Wortes weiter: Sagenhaftes ist im Jazz allgegenwärtig. Kehrseite der verbreiteten Heldengeschichtsschreibung ist das romantisierte Bild vom gescheiterten Künstler und der unheilvollen Liaison der Musik mit Alkohol und Drogen.
Zum Mythos des Jazz gehören auch große Worte wie „Individualität“, „Freiheit“ oder „Utopie“. Ideologische und ästhetische Überhöhung sind dabei nicht zuletzt Reaktionen einer sich stets bedroht fühlenden Minderheitenkultur. Eine Sendung über Dichtung und Wahrheit im Jazz mit Musik und Geschichten von Jelly Roll Morton, Bix Beiderbecke, Charlie Parker, Miles Davis, Sonny Rollins u.v.a.