
Eine Doppelspitze sehen die Parteistatuten bisher nicht vor. Allerdings liegt ein Antrag dazu für den kommenden Parteitag vor. Die FDP hatte bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz nur gut zwei Prozent erreicht und ist im kommenden Landtag nicht mehr vertreten. Ähnlich sah es in Baden-Württemberg aus, weswegen der aktuelle Bundesvorsitzende Dürr unter Druck geraten ist.
Kritik an Parteiführung
Strack-Zimmermann sieht die Ursachen für das desaströse Wahlergebnis ihrer Partei in Rheinland-Pfalz in falschen strategischen Entscheidungen. "Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert", sagte Strack-Zimmermann dem "Tagesspiegel".
Das liege einerseits weiterhin am verpassten Einzug in den Bundestag Anfang 2025, sagte Strack-Zimmermann: "Dieser Schock steckt immer noch allen in den Knochen." Doch ihre Partei habe es verpasst, die richtigen Lehren daraus zu ziehen: "Einmal nicht mehr in den Bundestag gewählt worden zu sein, ist tragisch, ein zweites Mal ein politisches Versagen."
Mit Blick auf die Parteispitze um Christian Dürr kritisierte Strack-Zimmermann: "Ich befürchte, dass viele in und außerhalb der FDP das Gefühl haben, dass wir seit der Bundestagswahl noch nicht einmal losgelaufen sind." Die FDP-Europaabgeordnete sieht ihre Partei nun in einer höchst bedrohlichen Lage: "Wenn eine Partei nur noch zwei Prozent der Stimmen bekommt, ist das existenziell."
Kritik auch vom früheren Bundesverkehrsminister Wissing
Der frühere Bundesverkehrsminister und FDP-Landeschef von Rheinland-Pfalz, Wissing, macht den libertären Kurs seiner ehemaligen Partei für deren Niedergang mitverantwortlich. "Seitdem die FDP sich libertärer aufgestellt hat, verliert sie eine Wahl nach der anderen", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus".
Wissing beklagte, in der Partei gebe es offenbar keine ausreichende Debatte darüber, diese Entwicklung sachlich zu analysieren. Erfolgreich sei die FDP in einer Zeit gewesen, in der sie versöhnlicher kommuniziert habe, kompromissfähiger und bündnisfähiger gewesen sei. Mit dem Kurs der "radikalen Mitte" sei sie dagegen erfolglos.
Die FDP hat nach Wissings Einschätzung in Rheinland-Pfalz ein Glaubwürdigkeitsproblem. "Man hat im Land konstruktiv in einer Ampel regiert, während die FDP im Bund die Ampel abgelehnt hat. Das passt nicht zusammen." Die Partei müsse sich jetzt entscheiden, ob sie einen libertären oder einen liberalen Kurs fahren wolle. "Beides gleichzeitig geht nicht."
Diese Nachricht wurde am 23.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
