Studie
Straßenlärm belastet Herz und Kreislauf

Selbst mäßiger Straßenlärm kann sich einer Studie zufolge schon nach nur einer Nacht auf Herz und Kreislauf auswirken. Folgen seien unter anderem ein schnellerer Herzschlag und eine verminderte Elastizität von Blutgefäßen.

    Dicht hintereinanderstehende Autos in der Düsseldorfer Innenstadt
    Autos in einer Innenstadt (Imago / Michael Gstettenbauer / IMAGO / Michael Gstettenbauer)
    Eine Forschungsgruppe von der Universitätsmedizin Mainz hatte bei 74 Teilnehmenden zwischen 18 und 60 Jahren in deren privaten Schlafzimmern unterschiedliche Situationen simuliert: Nächte ohne zusätzlichen Lärm sowie Nächte, in denen über Lautsprecher Straßenlärm 30 oder 60 Mal für jeweils eine Minute und 15 Sekunden eingespielt wurde. Die Lautstärke lag bei 41 bis 44 Dezibel - das entspricht einer leisen Unterhaltung. Die Teilnehmer wussten vorher nicht, ob und welchen Schallpegeln sie in einer Nacht ausgesetzt wurden. 
    Wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Cardiovascular Research" schreiben, wurden am folgenden Morgen Herz- und Kreislauf-Werte gemessen und Blutproben wurden auf Entzündungsproteine hin untersucht. Darüberhinaus wurde per Ultraschall untersucht, wie stark sich die Blutgefäße beim Herzschlag ausdehnen und wieder zusammenziehen. 
    Ein Ergebnis: Die Probandinnen und Probanden reagierten individuell unterschiedlich stark auf Lärm. Grundsätzlich hätten sich schon nach einer Nacht mit eingespieltem Straßenlärm funktionelle und biologische Veränderungen gezeigt, schreiben die Wissenschaftler. Dazu zählten erhöhte Herzfrequenzen, Veränderungen bei Proteinen sowie eine geringere Elastizität der Blutgefäße. Gerade Letzteres gelte als frühes Warnsignal für die Gesundheit der Gefäße. 
    Das Umweltbundesamt nennt Straßenverkehr als dominierende Lärmquelle in Deutschland und verweist auf eine Erfassung der Belastung vor einigen Jahren. Der zufolge sind bundesweit 2,3 Millionen Menschen ganztags Pegeln von mehr als 65 Dezibel ausgesetzt, nachts sind es bei 2,6 Millionen Menschen Pegel von mehr als 55 Dezibel. Angesichts der Ergebnisse der Studie plädieren die Autoren für konsequenten Lärmschutz. Dazu könnten Tempo-30-Zonen zählen und Grünflächen als Schallschutzpuffer.
    Diese Nachricht wurde am 01.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.