Italien ist eines jener Länder, das früh über ein eigenes Zugnetz verfügte. Auch wenn die "Ferrovie dello Stato" heute über hochmoderne Züge und Waggons verfügen, so lässt das Schienennetz doch mitunter zu wünschen übrig. So wird auch der schwere Unfall der letzten Tage auf Sizilien, bei dem acht Menschen ihr Leben ließen und 43 zum Teil schwer verletzt wurden, auf ein veraltetes und marodes Schienennetz zurückgeführt. Ähnliche Unfälle sind keine Seltenheit: in den letzten 5 Jahren starben dabei rund 30 Menschen. Um den Zustand der Gleise rasch und effizient überprüfen zu können, entwickelte die italienische Eisenbahngesellschaft eigens einen hochmodernen Messwaggon, beichtet Entwicklungsingenieur Carlo Gorra: "Die Aufgabe dieses Diagnosewagen ist es, die gesamte Infrastruktur des Schienennetzes zu kontrollieren und so festgestellte Mängel schnellstens auszubessern.
Damit ist der Messwagen einer der modernsten seiner Art in ganz Europa. Um den regulären Zugverkehr nicht zu beeinträchtigen, wird das fahrende Messlabor einfach in reguläre Züge eingekoppelt und rauscht so mit 200 Stundenkilometern über das 10.000 Kilometer lange Schienennetz, wobei er in Sekundenschnelle Daten liefert. Das System soll die bisherige, aufwändige Kontrolle durch Schienengänger ad acta legen. Die von dem Waggon automatisch erhobenen Daten definieren, wo und wie Hand angelegt werden muss. "Die Technologie des Waggons untersucht die Schienen aufgrund von 119 Kontrollparametern. Beispielsweise werden die Abstände zwischen den Schienen, die Gleisübergänge und Kreuzungen millimetergenau vermessen. Die Bordcomputer ermitteln überdies, wie sich ein bestehender Schaden auf das Schienennetz auswirken könnte". Allein 15 Videokameras filmen die unter ihnen hersausenden Schienen und leiten die Bilddaten mit 30 Gigabit pro Sekunde an insgesamt 20 Rechner. Daneben tasten 24 Laserstrahlen und 43 optische Sensoren die Gleise ab, so Gorra. "Die gemessenen Daten werden von den Bordcomputern integriert. So wird etwa der materieller Zustand der Schienen in Beziehung gesetzt zu den Abständen zwischen den einzelnen Schienensträngen. Daraus können wir errechnen, wann ungefähr auf einer Strecke mit spezifischem Verschleiß und auseinanderweichenden Schienen ein Unfall droht."
Doch das Hightech-System hat auch einen entscheidenden Haken: es kann nur auf den wichtigsten Strecken des italienischen Schienennetzes benutzt werden, wie etwa den Verbindungen zwischen den großen Metropolen. Auf kleineren Strecken dagegen gibt es gleich zwei Probleme: Einerseits finden sich vor allem in Süditalien noch viele Strecken mit einem Schienenabstand, der zu eng für moderne und schnelle Züge ist. Andererseits sind viele kleinere Strecken in Italien so marode, dass der Diagnosezug gar nicht erst nicht mit seinen 200 Stundenkilometern darüber sausen kann - aber erst bei dieser Geschwindigkeit kommt seine Technik zum Einsatz.
[Quelle: Thomas Migge]
Damit ist der Messwagen einer der modernsten seiner Art in ganz Europa. Um den regulären Zugverkehr nicht zu beeinträchtigen, wird das fahrende Messlabor einfach in reguläre Züge eingekoppelt und rauscht so mit 200 Stundenkilometern über das 10.000 Kilometer lange Schienennetz, wobei er in Sekundenschnelle Daten liefert. Das System soll die bisherige, aufwändige Kontrolle durch Schienengänger ad acta legen. Die von dem Waggon automatisch erhobenen Daten definieren, wo und wie Hand angelegt werden muss. "Die Technologie des Waggons untersucht die Schienen aufgrund von 119 Kontrollparametern. Beispielsweise werden die Abstände zwischen den Schienen, die Gleisübergänge und Kreuzungen millimetergenau vermessen. Die Bordcomputer ermitteln überdies, wie sich ein bestehender Schaden auf das Schienennetz auswirken könnte". Allein 15 Videokameras filmen die unter ihnen hersausenden Schienen und leiten die Bilddaten mit 30 Gigabit pro Sekunde an insgesamt 20 Rechner. Daneben tasten 24 Laserstrahlen und 43 optische Sensoren die Gleise ab, so Gorra. "Die gemessenen Daten werden von den Bordcomputern integriert. So wird etwa der materieller Zustand der Schienen in Beziehung gesetzt zu den Abständen zwischen den einzelnen Schienensträngen. Daraus können wir errechnen, wann ungefähr auf einer Strecke mit spezifischem Verschleiß und auseinanderweichenden Schienen ein Unfall droht."
Doch das Hightech-System hat auch einen entscheidenden Haken: es kann nur auf den wichtigsten Strecken des italienischen Schienennetzes benutzt werden, wie etwa den Verbindungen zwischen den großen Metropolen. Auf kleineren Strecken dagegen gibt es gleich zwei Probleme: Einerseits finden sich vor allem in Süditalien noch viele Strecken mit einem Schienenabstand, der zu eng für moderne und schnelle Züge ist. Andererseits sind viele kleinere Strecken in Italien so marode, dass der Diagnosezug gar nicht erst nicht mit seinen 200 Stundenkilometern darüber sausen kann - aber erst bei dieser Geschwindigkeit kommt seine Technik zum Einsatz.
[Quelle: Thomas Migge]