Indien
Streiks in indischen Krankenhäusern nach Mord an Ärztin

In Indien weiten sich Proteste von Ärztinnen und Ärzten aus. Sie fordern bessere Schutzmaßnahmen, nachdem eine Ärztin in Ausbildung vergewaltigt und ermordet worden war.

    Viele junge Frauen sitzen auf dem Boden und halten Plakate. Auf mehreren von ihnen ist zu lesen "No Safety - No Duty".
    In der indischen Millionenstadt Kolkata streiken Ärztinnen und Ärzte für besseren Schutz von medizinischem Personal, nachdem eine Ärztin vergewaltigt und ermordet wurde (Bild vom 12. August). (picture alliance / NurPhoto / Rupak De Chowdhuri)
    In der Millionenstadt Kolkata waren Tausende auf der Straße. Im westlichen Bundesstaat Maharashtra berichteten lokale Medien von 8.000 staatlichen Ärztinnen und Ärzten, die sich dem Streik anschlossen. In der Finanzmetroploe Mumbai würden nur noch Notfälle behandelt, hieß es. Auch aus der Hauptstadt Delhi sowie den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Goa wurden Proteste gemeldet. Auf Transparenten standen Slogans wie "Keine Sicherheit - kein Dienst" oder "Ärzte sind keine Boxsäcke".
    Am Freitag war in Kolkata die Leiche einer 31-jährigen Ärztin in Ausbildung gefunden worden. Laut Polizeiangaben wurde ein Mann festgenommen, der sie vergewaltigt und ermordet haben soll. Der größte indische Ärzteverband IMA klagte in einer Mitteilung über schlechte Arbeitsbedingungen, unmenschliche Belastung und Gewalt am Arbeitsplatz.
    In Indien ist nach Angaben des Ärzteverbands Forda Gewalt gegen medizinisches Personal weit verbreitet. Häufig würden Verwandte von Patienten handgreiflich, wenn Ärzte schlechte Nachrichten überbringen, erklärte ein Sprecher.
    Diese Nachricht wurde am 13.08.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.