
Die Spitze der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) will in einer Vereinbarung festlegen, dass künftig in Berlin und im oberbayerischen Inzell trainiert wird. Die Sportler verweigern die Unterschrift und wollen weiter in Erfurt trainieren.
Neun Sportler bekräftigten nun ihre Kritik an der Führung der DESG in einem Beitrag der ARD-Sportschau. Olympia-Teilnehmer Felix Maly sagte, er habe auf eine Einigung gehofft, sei aber fassungslos, dass der Verband die Situation so eskalieren lasse. Er warf dem Verband vor, an den Athleten ein Exempel zu statuieren. Maly betonte, man vertrete den Verband bei Olympia, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften erfolgreich, fühle sich aber wie Leibeigene.
Mehrere Sportler kündigten Konsequenzen an. Der 19-jährige mehrfache Junioren-Weltmeister Finn Sonnekalb sagte, er habe überlegt, Deutschland zu verlassen. Moritz Klein, Stefan Emele und Tobias Schlörb zogen ein Karriereende in Betracht.
Der DESG wies in einem Schreiben an die ARD zurück, dass es unzulässigen Druck oder Einschüchterung gegenüber den Sportlern gegeben habe. Ein olympischer Spitzenverband müsse Entscheidungen treffen, auch wenn diese nicht von allen Beteiligten gleichermaßen begrüßt würden.
Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, Thomas Weikert, erklärte, die Äußerungen der Athletinnen und Athleten seien sehr eindrücklich und machten betroffen. Das Geschilderte entspreche nicht seinem Verständnis eines respektvollen und wertschätzenden Umgangs miteinander. Der DOSB habe Vertreter des Verbands und die Athleten zum Gespräch eingeladen.
Der Verein Athleten Deutschland bekräftigte seine Unterstützung für die Eisschnellläufer. Geschäftsführer Johannes Herber sagte, dass sich so viele Athleten auf diesem Weg äußerten, zeige, wie stark das Verhältnis zu ihrem Verband belastet sei. Die Missstände anzusprechen, verdiene Respekt und Rückhalt.
Diese Nachricht wurde am 07.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
