Mittwoch, 07. Dezember 2022

Archiv

Stromversorgung
Der prometheische Mythos und die Energiewende

Seit Prometheus das Feuer stahl, ist Energie im Besitz der Menschen. Die Vision der Steigerung des Menschen durch fremde Energie lässt sich in der Kulturgeschichte verfolgen. Im Gespräch erklärt die Literaturwissenschaftlerin Ursula Renner-Henke die mythischen und kulturellen Voraussetzungen unserer Energiediskussion.

Ursula Renner-Henke im Gespräch mit Michael Köhler | 20.04.2014

    Energiewende, Ökostromumlage, Stromtrassenstreit, Ausstieg aus der Kernenergie, E-Mobility und "Wi-Tricity", kabelloses Aufladen von Batterien. Das sind nur einige Stichworte aus der Diskussion um den Energiemix, die Zukunft unserer Stromversorgung. Die Frage nach den industriellen Antriebskräften der Zukunft hat die Frage nach der kulturellen Herkunft unserer Energien überdeckt. Auch in den Kulturwissenschaften wird auch nach der Energie gefragt. Was treibt uns an?
    Mythologie, antikes Drama, Dichtung und Kulturgeschichte halten Antworten bereit. Seit Prometheus den Göttern das Feuer stahl, ist die wärmespendende Energie im Besitz der Menschen. Technische Intelligenz und Selbstbewusstsein fußen auf diesem Diebstahl. Die Energie ging von den Göttern auf den Menschen über. Heute nutzen wir Energydrinks und kontrollieren unsere Fitness per Smartphone mit Energy-Apps.
    Die Vision der Steigerung des Menschen durch fremde Energie lässt sich in der Kulturgeschichte verfolgen. Die Literaturwissenschaftlerin Ursula Renner-Henke hat dazu geforscht und ein Buch herausgegeben. Sie lehrt an der Universität Duisburg-Essen. Michael Köhler hat mit ihr über die mythischen und kulturellen Voraussetzungen unserer Energiediskussion gesprochen.
    Das Gespräch können Sie mindestens fünf Monate lang als Audio-on-demand abrufen.