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StartseiteCampus & KarriereStudentenjob mit Scheingarantie08.02.2010

Studentenjob mit Scheingarantie

Studierende der KISD betreiben einen eigenen Shop

Studenten der "Kölner International School of Design" (KISD) haben ihren eigenen Shop mitten in der Innenstadt eröffnet. Dort kann man Einzelstücke der Jungdesigner, aber auch Designdienstleistungen kaufen.

Von Conny Raupold

Die Betreiber des KISD-Shops in Köln (AP)
Die Betreiber des KISD-Shops in Köln (AP)
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Der KISD-Shop

Dazu gehört zum Beispiel, dass viel geredet wird, im KISD-Shop. Über Design, über Kunst und über die Produkte. Manche Dinge, die hier verkauft werden, bedürfen einer Erklärung der Design-Fachleute, wie zumBeispiel die "Mützentasche". Eine Mütze, die zur Tasche umfunktioniert werden kann. Kostenpunkt: 59 Euro. Marie-Joelle Nimmesgern gehört zum Verkaufsteam. Für sie ist nicht nur wichtig, sich etwas Geld dazu zu verdienen, sondern auch, auszutesten, wie die Designentwürfe ankommen:

"Es ist auch immer ganz spannend, wie die Leute dann hier reinkommen und die interessieren sich dann auch alle dafür, sind sehr kommunikativ und es macht Spaß, sich mit denen zu unterhalten. Es ist ganz einfach: Du machst was, stellst es auch vor und dann kann man das hier erproben."

Kleider, Accessoires, Geschenke, aber auch Möbel gehören zum Sortiment des kleinen Ladens in der Kölner Benesisstraße. Entstanden ist er aus einem Projekt. Dabei sollten die Studierenden ein Konzept für ein Geschäft entwerfen. Gemeinsam mit der Designschule, die das Projekt finanziell unterstützt, ist das Konzept im September 2009 umgesetzt worden. Zusätzlicher Anreiz: Diejenigen, die im Shop mitarbeiten, erhalten dafür auch einen Schein, erklärt Prof. Michael Erlhoff

"Alle Studentinnen und Studenten müssen neben ihren Seminaren, Projekten und Vorlesungen in einer studentischen Arbeitsgemeinschaft mitarbeiten. Zum Beispiel in einer Ausstellungs-AG, eine, die unsere Website betreut, Öffentlichkeitsarbeit und eine macht KISD-Shop."

Die Studierenden, die im Shop arbeiten - acht gehören zum Team -, sind begeistert von der Sache und interessiert an Meinungen zu den Produkten. Viele Menschen kommen auch einfach nur mal rein, um zu gucken. Der Shop ist deshalb auch so was wie ein Showroom mit immer wechselnden Ausstellungsstücken. Hier gibt es fast nur Unikate zu sehen, sagt Lea Böhmer - sie ist von Anfang an dabei:

"Wir haben zum Beispiel einen Stuhl, der aus Flugzeugträgern gemacht wurde von einem Erstsemester, der eine Tischlerausbildung vorher gemacht hat und der hat den einfach zusammengenäht."

Mit außergewöhnlichen Ideen wie diesen will sich die Designschule präsentieren. Lehrenden und auch Studierenden war es wichtig, in die Stadt zu gehen - weg vom Campus und zu zeigen: "Hier sind wir und das machen wir". Neben Designer-Einzelstücken bekommt man im KISD-Shop auch Design-Dienstleistungen. Gerade in diesem Bereich ist die Nachfrage groß, erzählt Professor Erlhoff:

"Es wird alles Mögliche nachgefragt. Zum Beispiel ein Arzt, der kommt und sagt 'meine Praxisräume bräuchten dringend was, der Warteraum braucht dringend was - also Interior'."

Das Design von Internetseiten gehört auch zu den Dienstleistungen im KISD-Shop. Das schmale, lange Ladenlokal ist in weiß gehalten. Vorne ist Platz - dort werden auch Veranstaltungen abgehalten. Weiter hinten stehen helle Regale mit Ware. Dort steht auch die Kassentheke. Das gesamte Konzept des Ladens - inklusive Logo, Homepage und Angebot, haben die Studierenden selbst entworfen. Und es gefällt den Kunden:

"Der Laden hat gefehlt. Das sind Dinge, die ich noch nie gesehen habe, sehr innovativ! Ich finde es schön, dass so viele Kleinigkeiten da sind, die man sonst nicht so findet. Und alles sehr individuell und speziell gestaltet ist."

Aussagen wie diese hört man häufig im Shop. Auch an anderen Hochschulen im In- und Ausland ist man schon aufmerksam geworden auf die Idee aus Köln, sagt Professor Michael Erlhoff:

"Also wir hatten wirklich schon Besuche von Delegationen einiger Hochschulen etwa aus Karlsruhe, die sich das hier angeguckt haben, hibbelig, nervös, ob sie das nicht auch machen sollten. Oder Berlin denkt drüber nach, Zürich weiß ich denkt drüber nach. Es ist so ein Anstoß, den wir gegeben haben und es läuft ja auch."

Und es geht dabei nicht nur um sündhaft teure Designermöbel. Viele finden zum Beispiel einfach einen netten Anstoß für ein außergewöhnliches Geschenk oder etwas zum Geschenk einpacken. Der Verkaufsschlager im KISD-Shop ist einfaches Paketband mit dem Aufdruck "Mit Liebe verpackt" - für sechs Euro die Rolle. Zumindest das und einen Eindruck von vielen kreativen Ideen der Jung-DesignerInnen haben die meisten im Gepäck, wenn sie den Laden wieder verlassen.

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