Nach Teillegalisierung
Studie: Mehr Krankenhausaufenthalte wegen Cannabis

Seit der Teillegalisierung von Cannabis ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen cannabisbedingter Vergiftungen und Psychosen leicht angestiegen. Dies zeigt eine Studie des Zentrums für interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, die im Deutschen Ärzteblatt erschienen ist.

    Person raucht einen Joint aus Cannabis in der Öffentlichkeit.
    Die Studie aus Hamburg hat die Krankenhausaufenthalte wegen Cannabis erfasst. (picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer)

    Krankenhausaufenthalte wegen Cannabis gestiegen

    Bei Erwachsenen gehen die Suchtforscher von einem Anstieg der Krankenhausaufnahmen um mehr als fünf Prozent im Jahr nach der Teillegalisierung aus. Dieser Wert blieb auch in den folgenden Jahren vergleichbar hoch. Bei Jugendlichen habe es im ersten Jahr nach der Teillegalisierung einen Anstieg der Krankenhausaufenthalte um mehr als 14 Prozent gegeben. Dieser Wert habe sich aber später abgemildert.
    Als einen möglichen Erklärungsansatz sehen die Autoren die öffentliche Debatte nach der Teillegalisierung. So könne es sein, dass sich danach mehr Menschen dazu entschlossen haben, Cannabis zu probieren.
    Die Autoren der Studie hatten deutschlandweit alle Erkrankungen ausgewertet, die von der gesetzlichen Krankenversicherung zwischen Januar 2022 und September 2025 erfasst wurden und bei denen Cannabis der Hauptgrund für den Krankenhausaufenthalt war. Darunter fallen möglicherweise auch mehrfache Krankenhausaufnahmen derselben Person.
    Seit April 2024 erlaubt das Cannabisgesetz Erwachsenen den Konsum und den Besitz bestimmter Mengen von Cannabis.
    Diese Nachricht wurde am 23.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.