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StartseiteCampus & KarriereStudienabbruch wegen Baby?29.03.2001

Studienabbruch wegen Baby?

"Madame Courage" unterstützt studierende Mütter

Die Zahl studierender Eltern liegt an Universitäten zwischen sieben und zehn Prozent. Etwa ein Drittel davon sind alleinerziehende Studentinnen. Wenn sich das Studium durch das Kind verzögert, fallen sie nicht selten durch die Maschen im sozialen Netz, weil die staatliche oder elterliche Unterstützung ausfällt. Der Abbruch des Studiums ist dann vorprogrammiert, denn Studenten haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Sozialhilfe. Seit zwei Jahren gibt es deshalb in Münster das Spendenprojekt "Mutter Courage" vom Sozialdienst katholischer Frauen, das studierende Mütter finanziell unterstützt. 23 Frauen konnten bisher davon profitieren. Die Höhe der Unterstützung ist unterschiedlich, wie Anne Ruhe vom Sozialdienst Katholischer Frauen erklärt: "Wir legen insgesamt den Sozialhilfesatz zu Grunde und errechnen dann anhand der Ausgaben der Frau, welchen Bedarf sie hat. Durchschnittlich haben wir gut 800 Mark gezahlt" Für die Förderung gelten klare Richtlinien. Die Antragstellerin muss nachweisen, dass keine anderen Fördermöglichkeiten bestehen, dass der Studienabschluss unmittelbar bevorsteht und die Kandidatin Aussicht darauf hat, den Abschluss auch zu bestehen. Theoretisch können auch alleinerziehende Väter von dem Spendenprojekt profitieren. Bislang ist aber noch kein Antrag eines männlichen Studenten eingegangen.

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