Sonntag, 02. Oktober 2022

LesungStudio LCB

12.09.2022 19:30 Uhr, Berlin

Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5

Leider liegt für dieses Bild keine Bildbeschreibung vor
Das Literarische Colloquium Berlin (Deutschlandradio)
Lesung: Susanne Lange
Gesprächspartner: Paul Ingendaay und Àxel Sanjosé
Am Mikrofon: Tobias Lehmkuhl
Es ist wohl das ambitionierteste Buchprojekt, das anlässlich des Gastland-Auftritts Spaniens auf der Frankfurter Buchmesse in diesem Herbst erscheint: Die vierbändige Anthologie spanischer und hispanoamerikanischer Lyrik. Elf Jahre haben die Herausgeber Susanne Lange und Martin Koppenfels daran gearbeitet, Dutzende Übersetzer sind beteiligt, darunter bedeutende Dichter deutscher Sprache. Erstmals wird nun auch auf Deutsch in seiner ganzen Fülle nachvollziehbar, dass die spanischsprachige Lyrik gleichberechtigt neben der französischen und der anglophonen Dichtung steht. Sie entwickelt sich ebenfalls im frühen Mittelalter, erreicht im Siglo de oro der Barockzeit eine einzigartige Blüte innerhalb der europäischen Literaturen und gelangt in folgenden Jahrhunderten zu ganz eigenen Interpretationen dessen, was wir Romantik, Symbolismus, Surrealismus oder schlicht Moderne nennen.
Ob Francisco Quevedo, Sor Juana Inés de la Cruz, José Marti oder Alejandra Pizarnik, immer auch liefert die spanischsprachige Lyrik ein vielschichtiges Bild ihrer Zeit: "Wo ist König Johann heute?/ Wo sind Aragons Infanten wohl geblieben?/ Wo sind all die feinen Leute?/ All die schönen und galanten Kavaliere?/ Die Turniere dieser Ritter,/ Waffenzier, Fanfarenbläser, Helmfiguren,/ waren nichts als eitler Flitter? Was wohl sonst als welke Gräser in den Fluren?" (Jorge Manrique, 1476).
Im Gespräch mit der Herausgeberin Lange werden der Dichter und Übersetzer Àxel Sanjosé und der Autor und ehemalige Spanien-Korrespondent der FAZ, Paul Ingendaay, moderiert von Tobias Lehmkuhl, über die Geschichte der spanischsprachigen Lyrik und ihre liebsten Gedichte aus beinahe 1000 Jahren reden.
Sendungen:
24. September 2022, 20.05 Uhr, Deutschlandfunk
25. September 2022, 0.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
lcb.de

Änderungen vorbehalten