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StartseiteForschung aktuellStürmische Ursache11.05.2001

Stürmische Ursache

Buenos Aires: Lokale Ozonlöcher über Feuerland durch Wirbelstürme begünstigt

Meteorologie. - Über den Polen sorgt das Ozonloch regelmäßig für Schlagzeilen. In Feuerland, an der Südspitze Südamerikas, dünnt sich ebenfalls die Ozonschicht aus. Doch hier kommen auch noch lokale, kleine Ozonlöcher hinzu, die nur vergleichsweise kurze Zeit andauern und offenbar aufgrund anderer Mechanismen entstehen. Argentinische Meteorologen berichteten jetzt auf der 8. Lateinamerikanischen Meteorologie-Konferenz in Buenos Aires näher über diese Störungen.

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Forscher wie Carolina Vera von der Universität Buenos Aires stellten immer wieder erhebliche Schwankungen in der Stärke der Ozonschicht über Feuerland fest, Schwankungen, die nicht nur auf das unselige Wirken der vom Menschen in die Luft geblasenen Schadstoffe zurückzuführen ist. "Es gibt sicher mehrere Ursachen, aber insbesondere sind Stürme, die die Gegend immer wieder heimsuchen, für die Ozonschwankungen verantwortlich", erklärt Vera. Satelliten- und Ballonmessungen ergaben, daß die Wirbelstürme, die von Zeit zu Zeit über Feuerland hinwegfegen, gleichsam wie Turbolifte für das Ozon wirken. Sie befördern auf der einen Seite die ozonarme Luft aus bodennahen Bereichen nach oben, während die ozonhaltige Luft der Stratosphäre nach unten sackt.

Diese lokalen Effekte kommen zum polaren Ozonloch noch hinzu und verstärken den Minderungseffekt. Ob der Süden von Argentinien und Chile allerdings stärker unter UV-Strahlung leidet als beispielsweise die näher zum Äquator gelegenen Landesteile, bezweifelt Carolina Vera: "Es scheint wenig wahrscheinlich, daß Menschen durch die erhöhte UV-Strahlung krank werden. Die Sonnenstrahlung dringt durch wesentlich mehr Atmosphäre als am Äquator, daher dürfte die UV-Strahlung in Feuerland nicht höher sein als dort." Anders sei es allerdings, so fügt sie hinzu, für Organismen, die nur in der Gegend um Feuerland leben und nicht wie der Mensch an höhere UV-Dosen angepaßt sind. Welche Auswirkungen das Ozonloch auf diese Lebewesen hat, muß jetzt allerdings noch geklärt werden. "Unser größtes Problem ist, zwischen dem Einfluß des Ozons und dem der Wolkenbedeckung zu unterscheiden." Dabei setzt Vera ihre Hoffnungen auf Satellitenmessungen.

[Quelle: Frank Grotelüschen]

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