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Reform der katholischen Kirche
Synodalversammlung nimmt Text zu geschlechtlicher Vielfalt an

Die Synodalversammlung der katholischen Kirche hat mehrere Beschlüsse gefasst, wonach die Kirche sich im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren und Menschen mit diversem Geschlecht öffnen soll.

11.03.2023
    Teilnehmer der Synodalversammlung sitzen am 9. März 2023 im Tagungssaal in Frankfurt am Main. Sie tritt seit 2019 zum fünften und vorerst letzten Mal zusammen und umfasst 230 Menschen aus allen Bereichen des katholischen Lebens.
    Die fünfte und vorerst letzte Synodalversammlung in Frankfurt am Main besteht aus mehr als 200 Menschen aus allen Bereichen des katholischen Lebens. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)
    So hat das Reformgremium einem Text über den Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt mit großer Mehrheit zugestimmt. Es handelt sich um eine Empfehlung an die deutschen Bischöfe, Änderungen im Taufregister für trans- und intergeschlechtliche Personen zu ermöglichen und eine von Akzeptanz geprägte geistliche Begleitung für diese Menschen zu gewährleisten. Bereits gestern hatte die Synodalversammlung offizielle Segensfeiern für homosexuelle Paare beschlossen.
    Die nötige zwei Drittel-Mehrheit der Bischöfe zu dem Reformtext kam zustande, obwohl mehrere Bischöfe in der Debatte zuvor Bedenken geäußert hatten. Noch im Herbst war ein Text zu einem ähnlichen Thema am Veto der Bischöfe gescheitert. Zahlreiche Delegierte applaudierten nach dem heutigen Ergebnis stehend, einige schwenkten Regenbogenfahnen.
    Der katholische Reformdialog Synodaler Weg ist 2019 von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ins Leben gerufen worden, um Wege aus der Vertrauenskrise der katholischen Kirche zu finden. Satzungsgemäß endet er heute. Die Vollversammlung des Synodalen Wegs wählte zum Abschluss 20 Mitglieder in einen "Synodalen Ausschuss", der die Arbeit des Reformprojekts in den kommenden Jahren fortführen und umsetzen soll.
    Diese Nachricht wurde am 11.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.