
In einem von Scharaa veröffentlichten Dekret heißt es, die kulturelle und sprachliche Identität der Kurden sei ein fester Bestandteil der nationalen Identität Syriens. Demnach soll das Kurdische als offizielle Sprache anerkannt werden und auch in staatlichen Schulen unterrichtet werden können. Zudem erhalten Kurden, die im Zuge früherer Arabisierungs-Kampagnen zu Staatenlosen wurden, die syrische Staatsbürgerschaft zurück.
Zuvor waren im Norden Syriens Berichten zufolge tausende Menschen aus der Region Aleppo geflohen. Sie befürchten weitere Kämpfe zwischen der Armee der Übergangsregierung und Mitgliedern der kurdischen Minderheit. Vergangene Woche hatte das Militär die kurdischen Stadtviertel Aleppos unter seine Kontrolle gebracht. Damaskus drängt auf eine Eingliederung der autonom geführten kurdischen Verwaltungen im Nordosten in die staatliche Ordnung.
In Syrien leben etwa 2,5 Millionen Kurden. Sie bilden nach den Arabern mit zehn Prozent der Bevölkerung die größte ethnische Gruppe des Landes.
Diese Nachricht wurde am 16.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
