Die Nachrichten
Die Nachrichten

Taifun "Haiyan"Versicherer rechnen mit Schäden in Milliardenhöhe

Kinder betteln an einer Straße (picture alliance / dpa / Jay Rommel Labra)
Millionen Menschen brauchen jetzt Hilfe (picture alliance / dpa / Jay Rommel Labra)

Nach dem Taifun auf den Philippinen rechnen Experten mit hohen volkswirtschaftlichen Schäden: Auf fünf bis elf Milliarden Euro beziffern Experten die Summe.

Der US-Versicherungsdienstleister "Air Worldwide", der auf solche Schätzungen spezialisiert ist, hat diese Summe errechnet. Da kaum Häuser oder Autos versichert seien, werde von den fünf bis elf Milliarden Euro voraussichtlich nur ein kleiner Teil ersetzt, so das Unternehmen.

Bei dem Taifun "Haiyan" kamen nach neuesten Angaben des Katastrophenschutzes fast 4.000 Menschen ums Leben. Zahlreiche Bürger gelten noch als vermisst. Die Zahl der Obdachlosen wird inzwischen auf rund vier Millionen geschätzt. 367.000 der Obdachlosen lebten in Notunterkünften, hieß es seitens der Behörden.

Ein Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes beschreibt die Situation als gewaltige Herausforderung - Bericht von Carsten Vick im DLF vom 17.11.2013. Unterdessen erreichen immer mehr Hilfsgüter auch entlegene Katastrophengebiete. Allerdings warten auch mehr als eine Woche nach dem verheerenden Wirbelsturm in einigen Regionen Tausende Überlebende noch vergeblich auf Hilfe. In der am stärksten beschädigten Stadt Tacloban liefen erste Aufräumarbeiten an. Außerhalb der Stadt soll philippinischen Medienberichten zufolge eine Siedlung mit Unterkünften für Zehntausende Bewohner entstehen, die bei dem Taifun all ihr Hab und Gut verloren haben.

Neben Geld sind Hämmer und Nägel als Spenden gefragt

Weiterhin gibt es aber große logistische Probleme. Die Versorgung der Opfer blieb lückenhaft. Verletzte standen in langen Warteschlangen unter sengender Sonne an, um sich ärztlich behandeln zu lassen. Viele campierten hungernd, durstig und ohne sanitäre Anlagen im Freien. Örtliche Behörden berichteten von erheblichen Engpässen bei der Bergung der vielen Leichen, die auf Straßen und unter Trümmern liegen.

Bei einem Besuch im Katastrophengebiet betonte der in die Kritik geratene Präsident Benigno Aquino, seine Regierung werde "alle Hebel in Bewegung setzten", damit die Menschen das Nötige bekämen. "Aber ihr müsst auch selbst beim Wiederaufbau anpacken, dann geht die Sache schneller", rief der Präsident den Menschen zu. Die Behörden boten Jobs bei den Aufräumarbeiten an, damit die Obdachlosen Geld verdienen können. Sozialministerin Corazon Soliman rief dazu auf, Schippen, Nägel, Hämmer und Sägen zu spenden.

Soforthilfe wird aufgestockt

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) (picture alliance / dpa / Thierry Monasse)Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) (picture alliance / dpa / Thierry Monasse)Deutschland stellt derweil weitere zwei Millionen Euro bereit. Damit erhöhe sich die humanitäre Soforthilfe der Bundesregierung für die Philippinen auf 6,5 Millionen Euro, erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nach einer Sitzung des Krisenstabs im Auswärtigen Amt. Das Geld werde deutschen und internationalen Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt. Westerwelle äußerte sich anerkennend über "die großherzige Spendenbereitschaft der Deutschen" für die vom Wirbelsturm betroffenen Menschen. "Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft war nicht überwältigend - gemessen am Ausmaß der Katastrophe, aber bislang war sie sehr großzügig", sagte UNO-Vertreter Jens Laerke in Genf.

Großbritannien hatte umgerechnet weitere 36 Millionen Euro an Hilfen für die Taifun-Opfer angekündigt. Damit steigt die britische Hilfe auf insgesamt 63 Millionen Euro. London stellt zudem ein Transportflugzeug bereit, um Helfer an die schwer zugänglichen Orte in der Katastrophenregion zu bringen. Die USA sind mit einem Flugzeugträger, mehr als 80 Flugzeugen für den Transport von Hilfsgütern und Tausenden Helfern im Einsatz. Japan bereitete die Entsendung von drei Kriegsschiffen, zehn Flugzeugen und sechs Hubschraubern mit insgesamt 1200 Soldaten vor, um Hilfe für die Sturmopfer zu leisten. Es ist der größte Hilfseinsatz des japanischen Militärs aller Zeiten.

Mehr auf deutschlandfunk.de

Nachrichtenportal