Auswirkungen des Iran-Kriegs
Tankrabatt in Kraft - vielerorts fallende Preise

Die vorübergehende Steuersenkung für Benzin und Diesel in Deutschland ist in Kraft getreten. Zwei Monate lang gilt eine um rund 17 Cent pro Liter reduzierte Mineralölsteuer. Zuvor war der Preis an den Tankstellen noch einmal stark gestiegen. Nun fielen die Preise in vielen Regionen.

    Eine Zapfpistole für Benzin steckt an einer Tankstelle im Tankstutzen eines Autos.
    Ab dem 1. Mai soll das Tanken billiger werden - dann sinkt die Steuer auf Benzin und Diesel. (picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Jens Büttner)
    Bundeswirtschaftsministerin Reiche forderte die Mineralölkonzerne auf, die Steuersenkung vollständig an die Kunden weiterzugeben. Die CDU-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Entlastung müsse bei den Verbrauchern ankommen. Dies sei keine Bitte, sondern eine klare Erwartung der Bundesregierung. Das Bundeskartellamt habe bereits Untersuchungen zur Preisgestaltung aufgenommen. Rechtlich sind die Konzerne nicht dazu verpflichtet, den sogenannten Tankrabatt in ihren Preisen abzubilden. Der Rabatt gilt zudem nur für Sprit, der ab heute Raffinerien und große Tanklager verlässt, also nicht für Benzin in Lagern der Tankstellen. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hatte angekündigt, dass die volle Steuersenkung an die Kunden weitergegeben werde. Der ADAC will dies genau im Blick behalten.

    Preise purzeln am Feiertag

    Laut der ADAC-Tankstellen-App fielen die Preise bereits an diesem Freitagmorgen bei etlichen Anbietern. In München kostete das günstigere Superbenzin der Sorte E10 kurz nach 6.00 Uhr bei den meisten angezeigten Tankstellen deutlich unter zwei Euro - teilweise sogar weniger als 1,90 pro Liter. Bei Diesel wurde die Zwei-Euro-Marke in mehr als der Hälfte der Fälle unterschritten. Auch in Berlin war E10 bei der klaren Mehrheit der angezeigten Tankstellen am Morgen billiger als zwei Euro. Bei Diesel war dies nur selten der Fall. In Hamburg war E10 an mehr als der Hälfte der angezeigten Tankstellen billiger als zwei Euro. Auch hier wurde teilweise die Marke von 1,90 unterschritten. Diesel blieb aber in der Regel teurer als zwei Euro.

    Starker Preisanstieg gestern

    Gestern waren die Preise für Benzin und Diesel so stark gestiegen wie noch nie seit Einführung der 12-Uhr-Regel. Zur Mittagszeit verteuerte sich Diesel im bundesweiten Durchschnitt um 17,7 Cent pro Liter, wie der ADAC mitteilte. Bei E10 waren es 15,4 Cent.Zudem waren beide Kraftstoffe vor und nach dem Sprung teurer als am Vortag. Der Grund für die Entwicklung könnte in den stark gestiegenen Ölpreisen liegen, die zuletzt auf die höchsten Werte seit 2022 geklettert waren.

    Verband T & E: "Teuer, trügerisch und wenig treffsicher"

    Der europäische Dachverband Transport und Environment (T & E) kritisierte den Tankrabatt. Dieser sei "teuer, trügerisch und wenig treffsicher". So blieben Millionen Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf der Strecke, erklärten die Lobbyisten für ein emissionsfreies Mobilitätssystem. Weil der Umstieg auf ein E-Auto für viele von ihnen zu teuer sei, litten sie auch weiterhin unter Preisschwankungen an der Zapfsäule.Statt auf "kurzfristige Öl-freundliche Maßnahmen" zu setzen, sollte die Bundesregierung nach Auffassung von T & E sogenannte Social-Leasing-Programme einführen. Dabei können Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen zu vergleichsweise niedrigen Monatspreisen ein E-Auto leasen. Ein vergleichbares Projekt gibt es bereits in Frankreich.
    Ähnlich äußerte sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Der Tankrabatt gehört schnellstens wieder abgeschafft", sagte Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer. Eine teure Spritpreisbremse gehe in die falsche Richtung, fülle vermutlich die Taschen der Ölkonzerne und lasse Berufspendler "mit dicken Verbrennern" profitieren. Der Spritverbrauch müsse dauerhaft herunter. Das klappe mit einem besseren öffentlichen Nahverkehr und mehr Elektroautos.
    Diese Nachricht wurde am 01.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.