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Tarifkonflikt bei der BahnLokführer streiken - vier Tage lang

Eine junge Frau mit Kopfhörern wartet am 15.10.2014 im Hauptbahnhof Hannover (Niedersachsen) sitzend auf einen Zug, während im Hintergrund Lokführer stehen. (picture alliance / dpa / Ole Spata)
Bahnreisende müssen wieder viel Geduld mitbringen: Die Lokführer streiken diesmal vier Tage lang. (picture alliance / dpa / Ole Spata)

Die Lokführergewerkschaft GDL hat zu einem viertägigen Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Der Ausstand soll im Personenverkehr am Donnerstag um 2.00 Uhr morgens beginnen, im Güterverkehr bereits am Mittwoch um 15.00 Uhr. Bahn-Personalchef Weber sprach von einer "reinen Schikane".

Ganze 98 Stunden sollen Lokführer und Zugbegleiter den Personenverkehr bestreiken. Das wäre der längste Streik seit der Gründung der Deutschen Bahn vor 20 Jahren. Die Gewerkschaft der Lokführer GDL rief am Dienstag zur Arbeitsniederlegung von Donnerstag um 2 Uhr nachts bis Montag um 4 Uhr früh auf. Betroffen sind Fernzüge, Regionalzüge und S-Bahnen. Der Güterverkehr soll schon ab Mittwoch um 15 Uhr bestreikt werden. 

Streik ist Gift für den Wirtschaftsstandort

Die deutsche Wirtschaft befürchtet negative Folgen des geplanten Lokführer-Rekordstreiks. "Was derzeit bei der Bahn passiert, ist Gift für den Standort Deutschland", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks. "Neben dem Ärgernis für Urlauber führen Streiks im Güterverkehr bereits nach wenigen Tagen zu Produktionsstörungen, weil Bahntransporte oft nicht kurzfristig auf Straßen oder Schiffe verlagert werden können."

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begründete die Aktion mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind. Es ist der Hauptstreitpunkt im aktuellen Konflikt. Ein Einigungsversuch beider Seiten war am Sonntag gescheitert. Bahnchef Rüdiger Grube hatte die Gewerkschaft noch am Dienstag zur Besonnenheit aufgerufen. "Unsere gewachsene Sozialpartnerschaft ist ein hohes Gut", sagte er beim Arbeitgebertag in Berlin. "Damit muss auch weiterhin sehr verantwortungsvoll umgegangen werden", fügte er hinzu. GDL-Chef Claus Weselsky sagte im DLF, man wolle und müsse für alle Mitglieder Tarifverträge aushandeln: "Wer das insgesamt betrachtet, der sieht, dass hier eine Gewerkschaft darum kämpft, dass die Grundrechte nicht mir Füßen getreten werden, die darum kämpft, solidarisch mit den nicht so durchsetzungsstarken Zugbegleitern ein gemeinsames Tarifwerk zu haben." 

Deutsche Bahn sieht Streik als Schikane an

Die Deutsche Bahn hat den Aufruf der Lokführergewerkschaft GDL zum längsten Streik in der Unternehmensgeschichte scharf kritisiert. "Dieser Streikaufruf macht nur noch sprachlos und ist reine Schikane", erklärte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Dienstag in Berlin. Während sich die Menschen in Deutschland darauf freuten, am Sonntag den 25. Jahrestag des Mauerfalls zu feiern, wolle die GDL das öffentliche Leben lahmlegen. Die GDL solle den Streikaufruf unverzüglich zurücknehmen. 

Die Bahn erklärte, sie werde alles unternehmen, um die Auswirkungen für ihre Kunden "so gering wie möglich zu halten". Der Konzern versuche, mindestens ein Drittel des Zugverkehrs aufrecht zu erhalten. Dennoch müssten Zugreisende mit starken Beeinträchtigungen rechnen.

Zuletzt hatten die Lokführer vom 17. bis zum 20. Oktober insgesamt 50 Stunden lang gestreikt. Die Bahn dürfte erneut mit einem Ersatzfahrplan reagieren und vorsorglich viele Verbindungen während des viertägigen Streiks im Personenverkehr streichen.

(tzi/stfr)

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