Gesundheitspolitik
Tausend Psychotherapeuten protestieren gegen Honorarkürzungen

Psychotherapeuten sind in Berlin gegen Honorarkürzungen auf die Straße gegangen.

    Teilnehmer einer Kundgebung des Aktionsbündnisses Psychotherapie demonstrieren am Gesundheitsministerium unter anderem mit einem Plakat "Staat braucht Seele" gegen die Kürzungen der Honorare ambulanter Psychotherapeuten.
    Es gab eine Kundgebung des Aktionsbündnisses Psychotherapie vor dem Gesundheitsministerium. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
    In der Spitze nahmen rund 1.000 Menschen an der Kundgebung am Bundesgesundheitsministerium teil, wie eine Polizeisprecherin sagte. Angemeldet waren 500. Neben Psychotherapeuten sprachen bei der Kundgebung auch die Politikerinnen Lang (Grüne) und Reichinnek (Linke). Hintergrund ist eine Honorarabsenkung zum 1. April um 4,5 Prozent, die der Erweiterte Bewertungsausschuss beschlossen hatte. Auf Schildern waren Sprüche zu lesen wie "4,5 % Kürzung 100 % falsch kalkuliert" oder "Je weniger Psychotherapie heute – desto teurer wird es später".

    Warken (CDU) soll Kürzungen noch stoppen

    Das Aktionsbündnis Psychotherapie, das die Kundgebung organisiert hatte, fordert, dass die beschlossenen Kürzungen zurückgenommen werden. Bundesgesundheitsministerin Warken (CDU) könne bis Mitte Mai die Kürzung beanstanden und stoppen.
    Dem Erweiterten Bewertungsausschuss gehören Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (GKV) sowie unparteiische Mitglieder an. Die KBV, die neben den Kassenärzten auch die Psychotherapeuten vertritt, stimmte nach eigenen Angaben gegen die Honorarsenkung. Die KBV kündigte vergangene Woche an, juristisch dagegen vorgehen zu wollen.
    Diese Nachricht wurde am 27.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.