USA
Tausende bei christlich-fundamentalistisch geprägter Gebetsveranstaltung in Washington mit Trump, Vance und Hegseth

In der US-Hauptstadt haben Tausende an einem Gebetstreffen zwischen dem Washington Monument und dem Kapitol teilgenommen.

    Im Vordergrund zwei Frauen - offenbar Nonnen - mit schwarzen Kopftüchern. Dahin ter hunderte weitere Menschen vor einer großen Bühne.
    Tausende von Menschen versammelten auf der National Mall in Washington, D.C., zum "Nationalen Jubiläum des Gebets, des Lobpreises und der Danksagung". (picture alliance/ZUMAPRESS.com/Aashish Kiphayet)
    Anlass war der bevorstehende 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA. Die neunstündige Veranstaltung stand unter dem Motto "Neuweihe unseres Landes als eine Nation unter Gott". Ein Video zeigte Präsident Trump, der eine Bibelpassage aus dem 2. Buch der Chronik des Alten Testaments vortrug. Darin verspricht Gott den Israeliten, ihr Land zu heilen, wenn sie zu ihm umkehren.

    Aufruf zum Gebet mit "gebeugten Knien"

    Vizepräsident Vance dankte Gott dafür, dass die USA immer schon eine Nation im Gebet gewesen seien. Verteidigungsminister Hegseth forderte zu unermüdlichem Gebet mit gebeugten Knien auf. Auch Außenminister Rubio und Repräsentantenhaus-Sprecher Johnson nahmen teil. Einziger nicht-christlicher Religionsführer neben zahlreichen evangelikalen Predigern war der orthodoxe Rabbi Meir Soloveichik. Die katholische Kirche hielt weitgehend Abstand von dem Gebetstreffen. Laut der "Washington Post" wurde die Veranstaltung mit öffentlichen Geldern in Millionenhöhe finanziert.

    Kritik an Veranstaltung

    Die Säkularismusaktivistin Rachel Laser warnte, die Trennung von Staat und Kirche in den USA stehe massiv unter Beschuss. Der Historiker Kevin Kruse meinte, es mache einen Unterschied, ob man sage, Amerika sei eine Nation mit vielen Christen, oder eine, die dem Christentum gewidmet und durch dieses definiert sei.
    Diese Nachricht wurde am 18.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.