Rechtsextremismus
Tausende protestieren gegen AfD-Empfang mit Höcke-Rede im Dortmunder Rathaus

In Dortmund hat es am Nachmittag Proteste gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Landeschefs Höcke im Rathaus gegeben.

    Demonstranten protestieren vor dem Dortmunder Rathaus gegen eine Rede des Thüringer AfD-Chefs Höcke.
    Proteste gegen Höcke-Rede vor dem Dortmunder Rathaus (picture alliance / dpa / Benjamin Westhoff)
    Die Polizei sprach in einer ersten Schätzung von über 3.000 Gegendemonstranten. Ursprünglich hatten die Veranstalter mit nur 600 Menschen gerechnet. Höcke war als Gastredner beim Neujahrsempfang der AfD-Fraktion eingeladen.
    Im Vorfeld hatte die Stadt Dortmund versucht, die Rede im Rathaus zu verbieten, war damit aber in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gescheitert. Der Thüringer AfD-Vorsitzende wurde bereits zwei Mal wegen der Verwendung einer verbotenen Nazi-Parole rechtskräftig verurteilt.

    Externsteine statt Hermannsdenkmal: Höcke trifft andere AfD-Politiker an von Rechstradikalen vereinnahmtem Ort

    Zuvor hatte Höcke, begleitet von Protesten und einem großen Polizeiaufgebot, die Externsteine im Teutoburger Wald besucht. Er traf sich dort mit mehreren nordrhein-westfälischen AfD-Politikern. Eigentlich war laut Polizei ein Besuch am Hermannsdenkmal geplant. Dort hätten sich rund 350 Gegendemonstranten versammelt. Höcke sei mit seinem Besuchsprogramm dann kurzfristig auf die nahegelegenen Externsteine ausgewichen. Nur wenige Demonstranten hätten das rechtzeitig mitbekommen.
    Sowohl das Hermannsdenkmal, das an den Sieg der Germanen über die Römer im Jahr 9 erinnert, als auch die Externsteine, die mythologisch aufgeladenen Felsformationen, bekamen im Nationalsozialismus eine propagandistische Bedeutung - und haben für rechtsextreme Kreise bis heute als Kultort eine besondere Bedeutung. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Betreiber der beiden Ausflugsziele kämpft seit Jahren gegen die Vereinnahmung der Orte durch Rechtsextreme. Höcke und die AfD hatten sich auf mehrere Anfragen nicht zu den Besuchsplänen geäußert.

    Höcke-Auftritte für Montag in Düsseldorf geplant

    Am Montagabend wird Höcke eine Rede im Düsseldorfer Stadtteil Garath halten. Dort hatte die AfD bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen im vergangenen Herbst einen Spitzenwert von rund 32 Prozent erzielt. Ein breites antifaschistisches Bündnis aus Bürgerinitiativen, Kirche und Zivilgesellschaft will auch dort gegen den Auftritt protestieren. Die Veranstalter haben zunächst rund 5.000 Teilnehmer bei der Polizei angemeldet, erwarten aber deutlich mehr.
    Diese Nachricht wurde am 22.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.