Rechtsextremismus / Aktuelle Berichte und Hintergründe


Der Rechtsextremismus dringt in die Mitte der Gesellschaft vor. Was sind die Gründe dafür? Welche Gefahren gehen davon aus? Und welche Gegenstrategien gibt es?


Der Rechtsextremismus dringt in die Mitte der Gesellschaft vor. Was sind die Gründe dafür? Welche Gefahren gehen davon aus? Und welche Gegenstrategien gibt es?

Am 22. Juli 2016 tötete ein junger Mann in München neun Menschen - lange war von einem Amoklauf die Rede. Es dauerte Jahre, bis niemand mehr ernsthaft bezweifelte: Das war eine falsche Einordnung, der Täter hatte ein klares Motiv.

Die 100. Ausgabe von „Die Anstalt“ sollte anders aussehen. Wegen der Ausladung von Danger Dan und Igor Levit durch das ZDF sei das Team zwar wütend, sagt Kabarettist Claus von Wagner, sehe sich letztlich aber in seiner bisherigen Arbeit bestätigt.

Für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sagen die Umfragen einen Sieg der AfD voraus. Friederike Brundiers nutzt ihre Wittenberger Buchhandlung bewusst als Gegenentwurf zu rechter Politik – dafür nimmt sie auch Drohungen in Kauf.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs mussten sich rechte Netzwerke neu organisieren. Sie konnten sich nicht mehr offen auf den besiegten Nationalsozialismus berufen, suchten aber Wege, ihre Ideologie in die junge Bundesrepublik zu retten. (Erstsendung am 10.09.25)

Die Anerkennung kam spät: Die von den Nazis als "Asoziale" und "Berufsverbrecher" verfolgten Menschen wurden lange vergessen. Historiker Axel Drecoll verweist darauf, dass die Kategorien bewusst unscharf definiert waren.

Die Piusbruderschaft hat erneut ohne Erlaubnis des Papstes Bischöfe geweiht. Der Konflikt mit dem Vatikan verschärft sich. Zugleich gewinnen katholische Traditionalisten weltweit neue Anhänger – auch in der Politik.

Die AfD könnte 2026 in Sachsen-Anhalt regieren. Kulturinitiativen, Migrantenverbände, Schulen und Beamte bereiten sich bereits darauf vor – und suchen Wege, die Demokratie zu schützen.

Die rechte Szene verjüngt sich, wie der Bericht des Verfassungsschutzes zeigt. Laut dem Rechtsextremismusforscher Rolf Frankenberger kommen Minderjährige oft über soziale Medien mit radikalisierten Inhalten in Kontakt, die zunächst harmlos wirken.

In Mecklenburg-Vorpommern trainiert ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene eine Hobby-Fußballmannschaft von Geflüchteten. Für die Doku „Im Osten was Neues“ begleitete Loraine Blumenthal das Team - und erzählt von Pespektivlosigkeit und Hoffnung.

Es begann mit Zwischenrufen. Nach Morddrohungen arbeitet die Marburger Geschichtsprofessorin Christina Brüning fast nur noch im Homeoffice. Offenbar versuchen Rechtsextreme, Forschende wie sie aus der Lehre zu drängen. Was können Uni und Politik tun?

Sie nennen Jeanne d’Arc ihr Vorbild und erklären Männer mit Migrationshintergrund zur vermeintlichen Bedrohung für Frauen in Frankreich. Das rechtsextreme Milieu bekommt Unterstützung von selbsternannten "Feministinnen" aus dem Collectif Némésis.

Die Zahl politisch motivierter Straftaten ist auf einem neuen Rekordhoch, viele Täter sind jung und die Gewalt nimmt zu. Was hilft gegen Radikalisierung? Eindrücke aus der Praxis. Und: Rüstungsprojekt FCAS ist tot. Wie groß ist der Schaden?

Warum viele Menschen den Holocaust ignoriert haben, darüber wissen wir noch nicht genug, sagt der Historiker Jakob Eder. Auf einer Tagung debattieren Forscher über offene Fragen zur Shoah und aktuelle Diskurse wie Nahostkonflikt und Kolonialismus.

Recht haben wollen, anderen Schuld geben, extreme Meinungen haben: Polarisierung kommt bei vielen Menschen an. "Wut ist wichtig", sagt die Journalistin Gilda Sahebi. Auch sie fluche oft. Aber es würden zu schnell falsche Urteile entstehen.

In der Bonner Republik gab es zahlreiche nationalistische Milieus. Wie sie sich immer wieder veränderten und an neue Gegebenheiten anpassten, zeigt ein neues Sachbuch.

Jeder kann inzwischen online überprüfen, ob Familienangehörige in der NSDAP waren. Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit ist dank des US-Nationalarchivs transparenter geworden. Doch was sagen die im Internet verfügbaren Daten tatsächlich aus?

Der Soziologe Stefan Wellgraf deutet die Geschichte der rechten Subkulturen in Ostdeutschland neu. Er findet Sehnsucht nach Nonkonformismus, Freiheit und Entgrenzung - und auf der anderen Seite einen Staat, der diese Sehnsucht unbamherzig verfolgt.

1933-1945: Die NS-Zeit war recht kurz, doch die Traumata, Schuld und Schweigen prägen Generationen. Immer mehr Nachkommen recherchieren: Auf welcher Seite standen die Vorfahren? Studien zeigen, wie groß die Lücke zwischen Erinnerung und Realität ist.

Wie sprechen wir über die Kapitulation Deutschlands und das Kriegsende vor 81 Jahren? Das Wort von der "Befreiung" passt nicht mehr, denn es verschleiert, dass Hitler durch Wahlen an die Macht kam und der deutsche Faschismus eine Massenbewegung war.

Die Zwischenbilanz fällt für Regierung und Kanzler nicht gut aus. Der verordnet sich Geduld, während Partei, Partner, Wirtschaft, Wähler und Weltlage Tempo fordern. Und nach der heutigen Razzia: Wie gefährlich sind junge Neonazi-Gruppen in Deutschland?

Wenn wir von „toxischer Männlichkeit“ sprechen, benennen wir ein sichtbares Phänomen - und verfehlen die Ursache. Das Problem ist nicht Männlichkeit, sondern eine narzisstische Dynamik aus Dominanz, Abwertung und Angst - an der auch Frauen mitwirken.

Vor zwei Jahren löste ein Artikel von Correctiv eine Protestbewegung gegen Rechtsextremismus aus. Doch nun gerät die Recherche, zumindest in Teilen, vor Gerichten ins Wanken. Was bleibt von der Recherche? Einer der Autoren bezieht Stellung.

Justiz verächtlich machen, Medien diskreditieren, Wahlergebnisse anzweifeln: Populisten folgen einem international erprobten Drehbuch. Was dagegen hilft, zeigt Sally Lisa Starken in ihrem Buch "Wenn der rechte Rand regiert" auf.

In den USA prägt religiöse Rhetorik die politischen Debatten. Auch in Deutschland beziehen sich Politiker gerne auf "christliche Werte" – obwohl ihre Wählerschaft immer weniger religiös ist. Auch und vor allem die AfD. Weswegen?

Die Philosophin Eva von Redecker legt eine ebenso originelle wie streitbare Theorie vor: Im Kern gehe es beim Faschismus um entfesseltes Eigentumsdenken, schreibt sie. Eine lohnende und anregende Lektüre – auch dort, wo man ihr widersprechen will.

In Sachsen-Anhalt steht die AfD bei knapp 40 Prozent in den Umfragen - eine absolute Mehrheit bei der Landtagswahl ist damit in Reichweite. Am Wochenende beschließt die Landes-AfD ihr „Regierungsprogramm“. Es sind disruptive Pläne für Sachsen-Anhalt.

Am 6. April 2006 wird der Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat in Kassel ermordet. Jahre später stellt sich heraus, dass die NSU-Terrorgruppe dafür verantwortlich ist. Warum ein Mitarbeiter des Verfassungsschutz vor Ort war, ist bis heute ungeklärt.

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni zeigt sich in der Außenpolitik oft als Pragmatikerin – doch im Bereich der Kultur verfolgt sie einen harten Kurs. Ihr Ziel: Der kulturelle Umbau des Landes hin zu einer Verankerung nationalistischer Werte.

Männlicher aussehen, darum geht es beim Looksmaxxing – bis hin zum Brechen eigener Knochen. Doch der Social-Media-Trend ist nicht nur gesundheitlich bedenklich, sondern auch politisch: wegen toxischer Männerbilder und rechtsradikalen Gedankenguts.

Der Bundestag reformiert die staatlich geförderte private Altersvorsorge. Die neue Rente soll mehr Menschen dazu bewegen, zusätzlich fürs Alter zu sparen. Kann das gelingen? Und: Umstrittener Umbau beim Förderprogramm „Demokratie leben“.

Gebrochenes Recht, unterwanderte Institutionen, gehetzte Menschen: Durch fast alle westlichen Demokratien geht gerade ein Rechtsruck. Aber ist das schon Faschismus? Die Philosophin Eva von Redecker analysiert Begriff und Phänomen.

Mario Kunasek ist der einzige Landeshauptmann von der FPÖ. 2024 übernahm er in einer Koalition mit der konservativen ÖVP die Regierung in der Steiermark. Warum hat die FPÖ dort so viele Wähler? Was hat sich verändert, seitdem Blau-Schwarz regiert?

Viele Kinder erleben in der Schule rassistische Diskriminierung. Das hat auch mit dem Rechtsruck zu tun. Was Schüler und Lehrer erleben – und welche Maßnahmen gegen Rassismus helfen.

Rechte Gewalt nimmt kontinuierlich zu. Der Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ zeigt: Die Täter werden immer jünger. Was könnte rechtsextreme Jugendliche stoppen?

Auf der Schwäbischen Alb ersetzen provisorische Bauwagen oft Jugendzentren – und bieten rechtem Gedankengut einen Nährboden, sagt Sozialarbeiter Cord Dette. Das Männlichkeitsbild der Jugendlichen unterstütze die Tendenz zu einer rechten Gesinnung.

Die Femeschau "Entartete Kunst" von 1937 war der Höhepunkt der NS-Kunstpropaganda. Sie fiel auch deswegen auf fruchtbaren Boden, weil sie viele Vorgängerausstellungen hatte. Auch in München wurde "Entartete Kunst" schon ein Jahr zuvor ausgestellt.

Das Verwaltungsgericht Köln stoppt vorerst die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ durch das Bundesamt für Verfassungsschutz. Welche Folgen das für die Partei hat – und wie Experten ein mögliches Verbotsverfahren einschätzen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz darf die AfD vorerst nicht als gesichert rechtsextremistisch einstufen, das hat das Verwaltungsgericht Köln entschieden. Damit sind auch die Hürden für ein AfD-Verbotsverfahren gestiegen.

Punktsieg für die AfD vor Gericht: Vorerst darf sie nicht als gesichert rechtsextrem eingestuft werden. Was bedeutet das für ein mögliches Verbotsverfahren? Und: Bundestag beschließt neue Asylregeln, Opposition und NGOs kritisieren unnötige Härte.

Den millionenfachen Mord an Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus zu leugnen ist strafbar – auch in Österreich. Dort wird der britische Holocaustleugner David Irving deshalb im Februar 2006 zu drei Jahren Haft verurteilt.

Mitte der 1960er veröffentlichte Anatoli Kusnezow sein Buch „Babyn Jar“ über das Massaker an Juden 1941. Eine Neuübersetzung von Christiane Körner führt uns noch einmal die Barbarei vor Augen, die Kusnezow als Augenzeuge überlieferte.

Vom rekonstruierten NSU-Wohnzimmer bis zur Barrikade aus Kapitol-Mobiliar: Henrike Naumann machte mit ihrer Kunst Räume zu politischen Interventionen. Jetzt ist die für den Deutschen Pavillon in Venedig ausgewählte Künstlerin mit 41 Jahren gestorben.

Um einem Verbot zu entgehen, distanziert sich die AfD vordergründig von Neonazis und offenkundigen Rechtsextremen. Wie zweifelhaft das ist, ist in den vergangenen Monaten deutlich geworden. Eine klare Abgrenzung fällt der AfD-Spitze schwer.

Rechtsextreme Akteure greifen Demokratien von innen an. Das zeigt sich in den USA wie in Europa, manche Beobachter erkennen "faschistische Zustände". Was verbindet diese Bewegungen mit dem historischen Faschismus - und wie sind sie aufzuhalten?

Die AfD ringt seit Jahren mit Rechtsextremismus in den eigenen Reihen. 2021 stufte sie der Verfassungsschutz als Verdachtsfall ein. Die Nähe zu Gruppen wie der Identitären Bewegung und interne Konflikte sorgen für neuen Druck.

Vor einigen Jahren hielt Hedwig Richter das Ende der liberalen Demokratie in ihrem Bestseller "Demokratie. Eine deutsche Affäre" für unwahrscheinlich. Jetzt ist sie skeptischer. "Aber Resignation ist keine Option", sagt die Historikerin.

Migration begrenzen, Familien fördern und eine „patriotische Kulturpolitik“ etablieren – das sind die wichtigsten Ziele der AfD in Sachsen-Anhalt. Dort wird im Herbst der Landtag gewählt. Droht Deutschland ein Kulturkampf?

Münden die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump in ein faschistisches System? Während US-Forscher wie Jason Stanley oder Timothy Snyder das eher bejahen, ist es für andere der falsche Begriff. Gefahren für die Demokratie erkennen alle.

In Großbritannien gewinnen extrem rechte Parteien an Zuspruch. Labour und Tories finden keine Antworten auf Probleme wie leere Staatskassen oder das marode Gesundheitssystem. Immer mehr Briten sehen Rechtspopulisten wie Nigel Farage als wählbare Alternative.

Ein Polizist im Gefängnis: Polizist Hoffmann wird Polizeigewalt vorgeworfen. Trotzdem hat er als „Alpha” immer noch starken Einfluss auf seine frühere Kollegenschaft. Doch jemand versucht, die Gruppe zu infiltrieren. Fortsetzungshörspiel von „Mönche“.

Identitätspolitik bedeutet ursprünglich, dass diskriminierte Gruppen in Demokratien gleiche Rechte erhalten. Trump bekämpft diese Idee. Er betreibt "Identitätspolitik für weiße, rassistische Männer", so Erziehungswissenschaftler Markus Rieger-Ladich.

Ein Anschlag scheitert. Nun muss eine junge Anwältin ihren eigenen Bruder vor Gericht verteidigen. Ihm wird vorgeworfen, das Attentat im Auftrag der frauenfeindlichen Incel-Bewegung geplant zu haben. Doch ist er Täter oder selbst Opfer einer Intrige?

Im Januar 1996 sterben bei einem Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Lübeck zehn Menschen. Bis heute wurden keine Täter ermittelt. Eine Initiative sucht nun nach neuen Hinweisen.

Es wird mal wieder über die Erbschaftssteuer debattiert. Angestoßen von der SPD – nicht nur, um dem Bundesverfassungsgericht zuvorzukommen. Was soll reformiert werden und woran gibt es Kritik? Und: Marine Le Pen kämpft um ihre politische Zukunft.

Am 18. Januar 1996 starben sieben Kinder und drei Erwachsene bei einem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Lübeck. Für die Tat wurde nie jemand verurteilt. Was bedeutet das 30 Jahre später für die Betroffenen und für die Stadt?

Ob Sprache, Symbole oder Lebensweisen: Immer häufiger eskalieren öffentliche Debatten zu Grundsatzfragen. Der Begriff Kulturkampf ist dabei allgegenwärtig. Was treibt diese Konflikte an – und warum verlaufen sie heute anders als früher?

Eben noch ein recht zufriedener 91-jähriger Rentner mit Hund, nun der geheime König von Ungarn: Onkel Józsi bekommt Besuch von einigen Männern, die ihn verehren als letzten Spross des bis 1301 das schöne Ungarn beherrschenden Árpádengeschlechts.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sorgt der Neonazi Tommy Frenck in Südthüringen für Unruhe. Als Konzertveranstalter, Gasthausbetreiber, Versandhändler. Immer wieder stellen sich ihm Anwohner entgegen. Er zieht dann einfach weiter.

Weil er sich öffentlich für Juden und andere Verfolgte einsetzte, geriet Bernhard Lichtenberg ins Visier der Nationalsozialisten. Doch der katholische Priester blieb unbeugsam. Er starb auf dem Transport in ein KZ.

Unionspolitiker sind empört über die Walter-Lübcke-Statue, die Aktivisten vom "Zentrum für Politische Schönheit" vor der CDU-Parteizentrale in Berlin aufgestellt haben. Unverständlich, sagt der Publizist Michel Friedman. Die CDU sollte stolz sein.

Der Wirtschaftsverband "Die Familienunternehmer" leitete einen Kurswechsel im Umgang mit der AfD ein. Zukünftig sollten Kontakte eingegangen werden. Doch nach öffentlicher Kritik fühlt sich der Verband nun falsch verstanden – und rudert zurück.

"Generation Deutschland" heißt die neue Jugendorganisation der AfD. Sie wurde am Samstag (29.11.) in Gießen gegründet und rückt im Vergleich zur Vorgängerorganisation "Junge Alternative" näher an die Partei. Radikal aber bleibt sie.

Björn Höcke prägt die AfD mit seiner Ideologie. Der Journalist Frederik Schindler zeigt, wie der Politiker die Demokratie abschaffen will. Annett Meiritz berichtet, wie sich Trump und die MAGA-Bewegung in Europa einmischen.

Viele junge Menschen fühlen sich nicht ernst genommen und sind in einer komplexen Welt überfordert. Das sagt Bildungsforscherin Nina Kolleck. Die AfD bedient Grundbedürfnisse nach Autonomie und Kompetenz. Auch ist sie auf Social Media erfolgreich.

Der Verband der Familienunternehmer gibt die "Brandmauer"-Strategie auf und öffnet sich erstmals für Gespräche mit der AfD. Das löst Diskussionen aus. Kommt jetzt der Dominoeffekt? Und: Gewalt an Frauen – was braucht es, um Frauen besser zu schützen?

Der zur Neutralität verpflichtete Bundespräsident hatte in einer Rede vor der Bedrohung der Demokratie durch "rechtsextreme Kräfte" gewarnt. Dafür gab es Kritik. Steinmeier sagt, er habe daran erinnern wollen, Autoritarismus nicht zu unterschätzen.

Hakenkreuze, Hitlergruß, antisemtische Beleidigungen und Bedrohung von Lehrkräften: Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen erreichen ein Rekordhoch. Die Verantwortlichen handeln - doch Experten zweifeln, ob die aktuellen Maßnahmen ausreichen. (Erstsendung am 25.09.2025)

NSU, Baseballschlägerjahre, Oktoberfestattentat: Die Bundesrepublik hat eine lange und blutige Geschichte des Rechtsterrorismus. Die Gewalt konnte auch deshalb gedeihen, weil Polizei und Behörden oft falschen Fährten folgten.

Ann Catherine Meyer hält bei Thyssenkrupp am Standort Gelsenkirchen die Maschinen instand. Als Betriebsrätin und bei der IG Metall kämpft sie gegen Stellenabbau und Rechtsextremismus. Ihr Label „einzige Frau“ in der Männerdomäne Stahl missfällt ihr.

"Medien zeigen oft nur linke Perspektiven", lautet ein häufiger Vorwurf. Nikolaus Blome (RTL) kritisiert fehlende migrationskritische Stimmen. Georg Restle (WDR) warnt vor einem verzerrten Eindruck durch den gesellschaftlichen Rechtsruck.

Früher wählten viele Beschäftigte eher links – besonders, wenn sie gewerkschaftlich organisiert waren. Heute liegt die AfD bei Arbeitern vorn. Doch Gewerkschaften sind nicht machtlos: Sie können dem Rechtsruck in der Arbeitswelt etwas entgegensetzen.

Sie wollen sichere Jobs und bessere Löhne – und wählen die AfD. Der Rechtsruck macht auch vor den Gewerkschaften nicht halt. Denn wer die Arbeitswelt als unsicher erlebt, ist offener für rechte Politik. Doch es gibt auch Gegenbewegungen.

Die Bundesanwaltschaft hat in Dortmund einen mutmaßlichen Rechtsextremisten aus der "Reichsbürgerszene" festnehmen lassen. Er soll versucht haben, Mordanschläge auf Politiker zu organisieren und sei den Sicherheitsbehörden seit 2020 bekannt.

Sie wollen Deutschland nach ihren Vorstellungen umgestalten. Am Wochenende kamen extrem rechte Verlage bei der Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle an der Saale zusammen. Sie trafen dort auf ein Publikum, das nicht nur aus Rechten bestand.

Der Bundespräsident sieht die Demokratie in Deutschland bedroht. Deutschland müsse sich vor dem russischen Aggressor schützen, so Steinmeier bei einer Veranstaltung zum 9.11. Zudem warnte er vor Rechtsextremismus und rief auf, sich dagegen zu wehren.

Die meisten Menschen hierzulande halten sich für demokratisch. Rechtsextreme Positionen nehmen ab. Also alles nicht so schlimm in Deutschland? Und: Stahlgipfel im Kanzleramt - wie kann die Branche zukunftsfähig werden?