
Den Kocherlball gibt es in München seit mehr als 140 Jahren. Damals traf sich das Hauspersonal der Stadt an Sonntagen zum Tanzen und Feiern, bevor ihre Herrschaften aus der Kirche zurückkamen und sie wieder an die Arbeit mussten. Daher hat der Ball auch seinen Namen: Das Wort "Kocherl" stammt aus dem Münchner Volksmund und war einst Spitzname für das Küchenpersonal.
Wegen "Unsittlichkeit" zwischenzeitlich verboten
Im Jahr 1904 war der Kocherlball von den Obrigkeiten wegen "Unsittlichkeit" verboten worden und geriet dann lange Zeit in Vergessenheit. Erst zur 200-Jahr-Feier des Englischen Gartens 1989 wurde die Tradition neu belebt. Seitdem findet der Kocherlball jedes Jahr am dritten Sonntag im Juli statt.
Bewerbung als Kulturerbe
Seine lange Tradition und große Beliebtheit machen den Kocherlball aus Sicht des Vereins zur Erhaltung der Biergartentradition auch zu einem Weltkulturerbe-Kandidaten. Bis zur nächsten Möglichkeit im Jahr 2029 wolle man eine Bewerbung vorbereiten, sagte die Präsidentin des Vereins, Ursula Seeböck-Forster, der "Süddeutschen Zeitung". Die Voraussetzungen dafür seien erfüllt. Dazu zählten historische Wurzeln, Lebendigkeit, Kontinuität, Wandlungsfähigkeit und Inklusivität.
Diese Nachricht wurde am 19.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
