Nach Kritik
Team deutscher Klimaforscher zieht Studie zurück

Nach Kritik von mehreren Forschern hat das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) eine Studie von 2024 zurückgezogen. Sie wurde inzwischen überarbeitet, aber noch nicht begutachtet.

    Die Erde fotografiert von der Apollo 17 aus im Dezember 1972.
    Ein Team des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hat nach Kritik eine Studie zurückgezogen und überarbeitet. (picture alliance / Heritage Images / ARPL/NASA)
    Im April vor einem Jahr hatte ein Team des Instituts untersucht, wie viel der Klimawandel weltweit kosten könnte, zum Beispiel wegen Ernteausfällen. Errechnet wurden jährliche Mehrkosten von 38 Billionen US-Dollar. Ihre Studie wurde im Magazin "Nature" veröffentlicht, einer der renommiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften. Viele Medien berichteten darüber - auch der Deutschlandfunk.
    Nach ihrer Veröffentlichung gab es Kritik an der Studie von Forschern der Stanford University und von Christof Schötz (TU München und PIK). "Nature" veröffentlichte die Kritik im August dieses Jahres. Unter anderem hieß es, die Studie unterschätze statistische Unsicherheiten in Prognosen zu Klimaauswirkungen. Zudem seien einzelne Daten fehlerhaft umgerechnet worden.
    Das Potsdamer Foprschungsteam zog seine Studie daraufhin zurück, überarbeitete sie und veröffentlichte die aktuelle Fassung auf einer Open-Access-Plattform, um den wissenschaftlichen Austausch darüber zu ermöglichen. Das PIK verweist ausdrücklich darauf, dass diese Fassung noch nicht begutachtet ist.
    Als Ergebnis hält aber Potsdam-Institut aber fest: Die Kernaussage habe weiter Bestand und werde von einer wachsenden Fachliteratur bestätigt. "Bis 2050 werden die wirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel die Kosten für Klimaschutz deutlich übersteigen."
    Die Studie ("The economic commitment of climate change") war am 17. April 2024 erschienen.
    Die Meldung zur Studie auf unserer Webseite haben wir aufgrund der neuen Entwicklung depubliziert.
    https://zenodo.org/records/15984134
    Diese Nachricht wurde am 11.12.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.