
Die jüngsten Ereignisse rund um den CSD hätten die Lage drastisch verändert, teilten die Veranstalter mit. Zwar habe es logistische Engpässe etwa bei den bestellten Lastwagen gegeben und auch noch keine Einigung bezüglich der Lautstärke mit der Versammlungsbehörde. Was diesen Entschluss jedoch unausweichlich mache, sei die "spürbare Veränderung des gesellschaftlichen Klimas". Eine Parade in diesem Jahr würde massive Auflagen mit sich ziehen, von Wegfahrsperren über Personenkontrollen bis hin zu massiv aufgerüsteten Polizisten, führten die Veranstalter aus - das passe nicht zum Geiste des Events. Der "Zug der Liebe" habe immer für einen unbeschwerten, angstfreien Raum des Protestes gestanden.
"Zug der Liebe goes RAW"
Die Technoparade hätte eigentlich am 29. August stattfinden sollen. Im vergangenen Jahr waren rund 10.000 Teilnehmer durch die Innenstadt gezogen, um ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Solidarität zu setzen. Mit den verbliebenen Trucks wollen die Organisatoren jetzt die zeitgleich geplante Demonstration zum Erhalt des RAW-Geländes unterstützen. Dabei handelt es sich um ein alternatives Kultur- und Partyareal im Stadtteil Friedrichshain. RAW steht historisch für Reichsbahnausbesserungswerk. Auf der ehemaligen Industriebrache befinden sich in teils baufällig anmutenden Hallen und Gebäuden Dutzende Clubs, Kneipen, Ateliers und sonstige Freizeitangebote. Hintergrund des aktuellen Streits ist, dass der private Eigentümer, die Kurth-Gruppe, Mitte Juni die Verhandlungen mit dem Bezirksamt und dem Senat über die planungsrechtliche Entwicklung für gescheitert erklärt hat. Die Kurth-Gruppe will das Gelände bebauen.
Diese Nachricht wurde am 30.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
