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Terrormiliz IS
Immer mehr Frauen aus Deutschland im Dschihad

Dem Ruf der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zum Dschihad in Syrien oder im Irak folgen mehr und mehr junge Frauen aus Deutschland. Von mittlerweile 700 ausgereisten Islamisten aus Deutschland seien annähernd 100 Frauen, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz mit. Sorgen bereiten vor allem die Rückkehrer.

24.06.2015
    Verschleierte Frauen bei einer Kundgebung des Salafisten-Predigers Pierre Vogel in Pforzheim (2014).
    Der Zulauf zum Salafismus in Deutschland ist ungebrochen. (Uli Deck, dpa picture-alliance)
    Um an der Seite der radikalen Islamisten zu kämpfen, verlassen immer mehr junge Frauen nach Angaben des Bundesverfassungsschutzes (BfV) Deutschland. 700 Islamisten seien bislang in die Kampfgebiete des IS in Syrien oder den Irak aufgebrochen. Im vergangenen Sommer waren es noch 450. Unter den mittlerweile 700 Ausgereisten waren fast 100 Frauen – gezählt werden nur jene Frauen, die in den „Heiligen Krieg" ziehen und nicht etwa Ehefrauen von Dschihadisten.
    Mehr als die Hälfte der IS-Kämpferinnen aus Deutschland sei unter 25 Jahre alt gewesen, etwa 15 Prozent sogar minderjährig. Der Zulauf zum IS sei ungebrochen, sagte BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen. „Dabei sehen wir eine verstärkte Anziehungskraft gerade auf junge Frauen, die auf Rekrutierungsaktivitäten sowohl im Internet als auch durch persönliche Aktivitäten hereinfallen."
    Insgesamt seien rund 100 der ausgereisten Extremisten inzwischen getötet worden. Ein Drittel der bislang Ausgereisten ist nach BfV-Angaben wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Mehr als 50 von ihnen sollen Kampferfahrung gesammelt haben – sie gelten als besonders gefährlich.
    Ungebrochen ist laut dem Bundesverfassungsschutz auch der Zulauf zu Salafisten in Deutschland. Deren Zahl sei auf 7.500 gestiegen und wachse weiter. Anfang 2015 waren es noch 7.000. Salafisten lehnen westlichen Demokratien ab und sehen eine „islamische Ordnung" als einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform an.
    (lh/ach)