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Terrormiliz ISIslamisten enthaupten Chef-Archäologen

Ein Archivbild vom 14. März 2014 zeigt syrische Bürger, wie sie auf ihren Fahrrädern durch die antike Stadt Palmyra fahren (afp / Joseph Eid )
Die antike Oasenstadt Palmyra ist durch den IS zurzeit akut von der Zerstörung bedroht (afp / Joseph Eid )

Mehr als 50 Jahre lang hatte Khaled Asaad in der antiken Oasenstadt Palmyra in Syrien gearbeitet. Nun ist er tot, brutal ermordet von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" – und anschließend öffentlich zur Schau gestellt.

Der 82-Jährige sei bereits gestern ermordet worden, erklärte Maamoun Abdulkarim, der Direktor für antike Denkmäler und Museen Syriens, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Asaad sei seit über einem Monat in Haft der IS-Terroristen ausgefragt worden. Nun sei er von der Familie des Archäologen über dessen Hinrichtung informiert worden.

"Stellen sie sich vor, dass er enthauptet wurde - und sein Leichnam noch immer an einer antiken Säule auf einem zentralen Platz in Palmyra hängt", sagte Abdulkarim. Er würdigte Asaads Verdienste für Palmyra: Dieser habe als Lehrer einen "denkwürdigen Dienst für die Geschichte des Ortes geleistet". Asaad habe mit Kollegen aus den USA, Frankreich, Deutschland und der Schweiz zusammengearbeitet, seine wissenschaftlichen Arbeiten seien in archäologischen Fachzeitschriften weltweit erschienen.

Andauernder IS-Vormarsch 

Der IS hat Palmyra und das Unesco-Weltkulturerbe im Mai erobert. Seitdem versahen die Extremisten die antiken Ruinen Berichten zufolge mit Sprengstoff - vermutlich, um mögliche Angreifer abzuschrecken. Im Juli hatten die Islamisten eine 2.000 Jahre alte Löwenskulptur zertrümmert.

Ende Juli hatte Syriens Staatschef Baschar al-Assad die Schwäche seiner Armee im Kampf gegen die Terrormiliz eingestanden. Wenig später nahm der IS die strategisch wichtige und südwestlich von Palmyra gelegene Stadt Al-Karjatain ein.

Die andauernde Präsenz dieser "Kriminellen" in Palmyra sei "Fluch und schlechtes Omen" für die Stadt und ihre archäologischen Reichtümer, so der Chef der syrischen Altertümer-Verwaltung Abdulkarim.

(bor/jcs)

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