
Dem Weibchen Pari, das im indonesischen Teil der Insel Borneo lebt, sollten später Eizellen entnommen werden, erklärte der Leiter der Naturschutzbehörde in der Provinz Ost-Kalimantan. Die Eizellen würden dann mit Spermien eines ebenfalls vom Aussterben bedrohten Sumatra-Nashorns befruchtet. Außer Pari gibt es nur noch ein einziges Borneo-Nashorn: das Weibchen Pahu im Kelian-Nashornschutzgebiet in Indonesien. Tierschützer haben bereits versucht, Pahu Eizellen zu entnehmen - vergeblich. Pahu sei schon etwa 40 Jahre alt und habe zudem verschiedene gesundheitliche Probleme, erklärte Behördenleiter Ari.
Nashorn-Weibchen soll nicht unter Stress geraten
Auf Borneo laufen bereits die Vorbereitungen. Ziel ist es, Pari so schonend wie möglich einzufangen und umzusiedeln. Die Tierschützer hoben Fallgruben aus, die sie bereits mit Rindern testeten. Auch die restlichen Abläufe wurden geübt, "damit das Tier nicht unter Stress gerät", wie Ari sagte. Nach dem Einfangen soll Pari in eine Einrichtung gebracht werden, wo sie vor der Eizellentnahme erst einmal beobachtet wird. Wenn die künstliche Befruchtung im Labor gelingt, soll das Nashorn-Baby wahrscheinlich von einem Leihmuttertier ausgetragen werden.
Das Borneo-Nashorn ist eine Unterart des Sumatra-Nashorns, das einst in weiten Teilen Südostasiens verbreitet war, dessen Bestand aber ebenfalls auf einige Dutzend Exemplare geschrumpft ist. Fachleute hoffen, dass die Tiere nah genug verwandt für eine Kreuzung sind - und so zumindest ein Teil der Erbanlagen des Borneo-Nashorns erhalten werden kann.
Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
