Dienstag, 02.06.2020
 
Seit 10:08 Uhr Sprechstunde
StartseiteSternzeitGroßraum-Isolation auf der Raumstation21.04.2020

Tipps von Raumfahrern in der CoronakriseGroßraum-Isolation auf der Raumstation

Nach dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie hat Europas Weltraumorganisation ESA in einer Online-Veranstaltung Tipps zum Durchhalten gegeben. Die eigenen Astronauten seien schließlich Isolation gewöhnt und wüssten, wie man damit umgeht.

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Die größte bisher von Menschen gebaute Struktur im All, aber noch lange keine Dyson-Sphäre: Die ISS. (NASA)
Isoliert, aber sehr groß: die Internationale Raumstation in der Umlaufbahn der Erde (NASA)

Kurz gesagt, soll man in einer Gruppe höflich ansprechen, was einem nicht passt, damit die anderen darauf Rücksicht nehmen können. Ein wie in einem Stundenplan strukturierter Tagesablauf sei hilfreich und man müsse jedem auch mal die Chance zum Rückzug lassen.

Vermutlich haben das viele Menschen auch ohne Astronautenausbildung schon gewusst.

Tatsächlich ist die Situation auf der Raumstation mitnichten mit häuslicher Isolation auf der Erde zu vergleichen. Wer ins All fliegt, macht das freiwillig und trainiert jahrelang jede erdenkliche Situation. Jeder weiß, worauf er sich einlässt. Und es wird sehr gut bezahlt, so dass dort oben niemand wirtschaftliche Sorgen hat.

Alexander Gerst in der Cupola der Internationalen Raumstation (NASA)Selbstgewählte Isolation mit spektakulärer Aussicht: Alexander Gerst in der Cupola der Internationalen Raumstation (NASA)

Die ISS ist zudem so geräumig wie eine Boeing 747, ein Jumbojet. Da kann man sich auch zu sechst wunderbar aus dem Weg gehen, was in den meisten Wohnungen am Boden nicht der Fall sein dürfte. Derzeit befinden sich sogar nur drei Menschen auf der Raumstation.

Was tatsächlich vergleichbar ist, hat der Astronaut Thomas Reiter erzählt: Der konnte bei seinen Weltraumaufenthalten meist nur am Wochenende per Video-Chat seine Familie sehen – ähnlich wie in der Coronaisolation.

Den ganzen Mai über zieht die ISS wieder Nacht für Nacht als strahlend heller Lichtpunkt über den Himmel – und verleiht dann dem irdischen Alltag etwas himmlischen Glanz.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk