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TodesstrafePharma-Konzern verweigert Mittel für Giftspritze

Blick in die "Todeskammer" des Staatsgefängnisses von Huntsville, Man sieht die weiße Liege, auf der die Todeskandidaten festgeschnallt werden, in dem grün gestrichenen Raum.  (dpa/afp/epa)
"Todeskammer" eines US-Staatsgefängnisses (dpa/afp/epa)

Auch der letzte der großen europäischen und amerikanischen Pharma-Konzerne lehnt ab sofort die Lieferung von Gift für Hinrichtungen ab: Pfizer. Das bringt US-Bundesstaaten, die Todesstrafen noch vollstrecken, in die Bredouille.

"Für die Anhänger der Todesstrafe in den USA ist es ein herber Rückschlag", meint Korrespondent Georg Schwarte: Der Pharma-Konzern Pfizer geht gegen die Nutzung seiner Chemikalien bei Hinrichtungen in den USA vor. Für bestimmte Produkte, die bei Exekutionen mit Giftspritzen genutzt werden oder deren Nutzung von Bundesstaaten erwogen wird, gelten nach Konzernangaben nun schärfere Lieferbeschränkungen.

"Pfizer lehnt den Einsatz seiner Produkte als tödliche Injektionen bei der Vollstreckung der Todesstrafe strikt ab", teilte das größte Pharma-Unternehmen in den USA mit. Man produziere Medikamente, um Leben zu schützen und zu verbessern. Insgesamt sind nach Konzernangaben sieben Produkte von den Lieferbeschränkungen betroffen. Dazu gehört unter anderem das Narkosemittel Propofol.

Umstieg auf elektrischen Stuhl, Gaskammer und Erschießungen

Damit hat einem Bericht der "New York Times" zufolge der letzte Lieferant solcher Mittel den Einsatz seiner Produkte bei Hinrichtungen untersagt. Vor Pfizer hätten mehr als zwanzig Pharmaunternehmen aus Europa und den USA diesen Schritt unternommen. Damit könnten die über 30 amerikanischen Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe gilt, auf legalem Weg keinen Nachschub mehr für den Einsatz der Giftspritze als Hinrichtungsmethode erhalten, erläutert Schwarte. In den vergangenen fünf Jahren hätten immer mehr Pharmakonzerne den Verkauf ihrer Medikamente verweigert - auch nachdem es wiederholt zu grausamen Pannen und Fehlern beim Einsatz der Giftspritzen gekommen war.

Wie Schwarte ausführt reagieren bereits zahlreiche US-Bundesstaaten auf den fehlenden Nachschub, indem sie auf andere Hinrichtungsarten wie den elektrischen Stuhl, die Gaskammern oder Erschießungskommandos zurückgreifen.

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