Oberlandesgericht Düsseldorf
Todesurteile gegen Politiker und Krypto-Kopfgeld: mutmaßlicher Rechtsextremist bei Prozessauftakt in Hochsicherheitstrakt

Im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf beginnt heute der Prozess gegen einen 49-jährigen mutmaßlichen Rechtsextremisten, der zu Attentaten auf bekannte Politiker aufgerufen haben soll.

    Das Oberlandesgericht Düsseldorf
    Das Oberlandesgericht Düsseldorf. (Archivbild) (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)
    Die Bundesanwaltschaft erhob Anklage gegen Martin S. wegen Terrorfinanzierung, Anleitung zu Terroranschlägen und weiterer Straftaten. Medienberichten zufolge standen auf seiner Todesliste mehr als 20 Namen – darunter Altbundeskanzler Scholz (SPD), Altbundeskanzlerin Merkel (CDU) und frühere Bundesminister. Der Karlsruher Verteidiger des Angeklagten nahm zu den Vorwürfen vorab keine Stellung.
    Den bisherigen Ermittlungen zufolge betrieb der Verdächtige anonymisiert im Darknet eine Plattform. Sie enthielt offenbar auch sensible personenbezogene Daten seiner ausgewählten Opfer. Zugleich forderte er demnach Spenden in Form von Kryptowährung ein, die als Kopfgeld ausgelobt werden sollten.
    Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei nahmen den Verdächtigen im vergangenen November fest. Er kam in Untersuchungshaft. Er sei schon früher auf Demonstrationen von Rechtsextremisten aufgefallen, heißt es. Ermittler ordnen ihn als "Reichsbürger" ein, der der Dortmunder-Szene angehören soll.
    Das Gericht hat elf Verhandlungstage eingeplant. Das Prozessende wurde für den 17. Juli terminiert.
    Diese Nachricht wurde am 04.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.