
Angeklagt ist ein 21-Jähriger, der als mutmaßlich führendes Mitglied eines Sadisten-Netzwerks im Internet über Jahre Kinder gequält und eines von ihnen in den Tod getrieben haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehr als 200 Straftaten vor, darunter einen vollendeten und fünffachen versuchten Mord – in mittelbarer Täterschaft über Online-Kontakte. Als Opfer werden mehr als 30 Kinder und Jugendliche unter anderem aus Deutschland, Großbritannien, Kanada und den USA benannt. Die Verhandlung findet vor einer Jugendkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Insgesamt sind bis Dezember 82 Verhandlungstermine anberaumt.
Der junge Mann, der im Netz als "White Tiger" bekannt ist, soll zusammen mit anderen pädokriminellen und sadistisch motivierten Tätern gehandelt haben. Über Foren zum Thema Suizid, über Soziale Medien oder Online-Computerspiele gelangten diese an ihre Opfer. Sie täuschten den Kindern Zuneigung vor, machten sie emotional abhängig und beschafften sich kompromittierendes Material. So sollen sie schließlich Selbstverletzungen und sexuelle Handlungen vor allem von psychisch labilen Jugendlichen erpresst haben. Ein 13-Jähriger beging den Ermittlern zufolge Suizid während einer Liveübertragung.
Diese Nachricht wurde am 09.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
