Nächtliche Angriffe
Bundesregierung wirft Russland Eskalation im Ukraine-Krieg vor - Selenskyj fordert Reaktion der USA

Die Bundesregierung hat die nächtlichen russischen Angriffe auf die Ukraine verurteilt. Ein Sprecher sagte in Berlin, Russland betreibe eine Eskalation, die von Kiew nicht provoziert worden sei. Der ukrainische Präsident Selenskyj forderte - Zitat - eine "klare Reaktion der Welt", insbesondere der USA.

    Kiew: Rettungskräfte löschen ein Feuer in einem Wohnhaus, das durch einen russischen Angriff beschädigt wurde.
    Rettungskräfte löschen ein Feuer in einem Wohnhaus in Kiew, das durch einen russischen Angriff beschädigt wurde. (Efrem Lukatsky / AP / dpa / Efrem Lukatsky)
    Russland hatte die Ukraine in der Nacht mit mehr als 240 Drohnen sowie 13 ballistischen Raketen angegriffen. Selenskyj schrieb auf Telegram, die Angriffe hätten sich gegen zivile Infrastruktur und Wohnhäuser gerichtet.

    Klitschko: Anwohner sollen Kiew verlassen

    Tausende Wohnblöcke in Kiew sind ohne Strom. Bürgermeister Klitschko rief die betroffenen Bürger auf, angesichts der herrschenden Temperaturen die Stadt nach Möglichkeit vorübergehend zu verlassen.
    Auch aus der westukrainischen Stadt Lwiw, deutsch Lemberg, gibt es Berichte über einen russischen Raketenangriff auf die Infrastruktur. In der gesamten Ukraine galt Luftalarm.

    Russland rechtfertigt Angriffe mit angeblichem ukrainischen Angriff auf Putins Residenz

    Russland rechtfertigte die nächtlichen Angriffe mit dem angeblichen ukrainischen Drohnenangriff auf eine Residenz von Staatschef Putin im Dezember. Ziel sei Energie-Infrastruktur gewesen, die den militärisch-industriellen Komplex versorge, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau.
    So habe Russland bei den nächtlichen Angriffen die Hyperschall-Mittelstreckenrakete Oreschnik verwendet. Moskau hatte Oreschnik erstmals im November 2024 gegen eine Rüstungsfabrik in der Ukraine eingesetzt.
    Russischen Angaben zufolge kam es nach einem ukrainischen Angriff in der Region Belgorod zu einem Stromausfall. Mehr als 500.000 Menschen seien ohne Elektrizität und Heizung, erklärte der örtliche Gouverneur.
    Diese Nachricht wurde am 09.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.