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StartseiteSportgespräch"Wir sollten uns nicht von der Angst regieren lassen"01.01.2017

Tour de France in Düsseldorf "Wir sollten uns nicht von der Angst regieren lassen"

Der Start der Tour de France, die Triathlon-EM und die Tischtennis-WM: 2017 wird für Düsseldorf ein ganz besonderes Sportjahr. Das Thema Sicherheit rückt nach dem Terroranschlag in Berlin dabei besonders in den Fokus. Nach Ansicht von Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel dürfe man jetzt aus Angst vor Terrorismus nicht auf öffentliche Veranstaltungen verzichten.

Thomas Geisel im Gespräch mit Matthias Friebe

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) steigt am 30.10.2015 in Begleitung der Radsportprofis André Greipel (r-l), Marcel Sieberg und Ruben Zepuntke in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) auf ein Rennrad.  (dpa/ picture alliance / Monika Skolimowska)
Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) steigt am 30.10.2015 in Begleitung der Radsportprofis André Greipel (r-l), Marcel Sieberg und Ruben Zepuntke in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) auf ein Rennrad. (dpa/ picture alliance / Monika Skolimowska)
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Man dürfe sich als Ausrichter von großen Sportereignissen nicht von der Angst regieren lassen, sagte Thomas Geisel im Sportgespräch. Trotzdem müsse man natürlich wachsam sein: "Wir passen das Sicherheitskonzept ständig an. Es wird unmittelbar vor dem Ereignis fertig sein und wird alle Informationen, die wir bis dahin haben, verarbeiten."

Der Grand Départ der Tour de France sei für die Stadt Düsseldorf eine besondere Chance, so der Oberbürgermeister. "Da wird diese Stadt in ihrer Schönheit wahrgenommen von einem weltweiten Publikum. Wir haben die Gelegenheit uns zu präsentieren als eine Stadt, die so etwas organisieren kann, die aber auch gastfreundlich ist, die ein savoir vivre hat, das ansteckend ist. Wir können uns als sympathische, gastfreundliche und kompetente Stadt präsentieren." Durch den Start der Tour rücke auch das Thema Fahrradfahren wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit und gebe der Mobilitätspolitik neuen Rückenwind.

Rückhalt aus der Bevölkerung

Auch aus der Bevölkerung gebe es Rückhalt für das Sportevent: "Ich habe den Eindruck, dass es eine große Begeisterung dafür gibt. Wir haben sehr viele Sponsorenmittel eingeworben bis jetzt. Wir haben bisher über vier Millionen Euro eingeworben, das ist einmalig, das gab es in Düsseldorf noch nie. Die Wirtschaft, die Sportwelt, aber auch die Kultur, es ist in der Tat ein Ereignis für die gesamte Stadtgesellschaft. Die Menschen haben gespürt, es ist eine Riesenchance für die Stadt, uns so zu präsentieren, wie wir wollen, dass uns die Welt sieht." Auch persönlich freut sich der Düsseldorfer Oberbürgermeister auf das Sportevent. "Ich bin leidenschaftliche Bergziege, selber schon einige der Berge der Tour de France gefahren. Ein bisschen persönliche Leidenschaft muss auch dabei sein, wenn man sowas veranstaltet. Nur wer selber begeistert ist, kann andere begeistern." Dass die Organisation der Tischtennis-WM und der Triathlon-EM unter dem Grand Départ leide, sieht Geisel nicht. "Ich bin sehr sehr sicher, dass sich Düsseldorf auch für drei große Sportereignisse in einem Jahr begeistern kann."

Nach den jüngsten Erkenntnissen des McLaren-Berichts hat Thomas Geisel auch das Thema Doping im Blick. Im Falle eines möglichen Doping-Skandals im Vorfeld der Tour, habe man im Vertrag mit der ASO Vorkehrungen getroffen: "Also, wenn es tatsächlich vor dem Start zu einem Skandal käme, der dazu führt, dass sich auch etwa die Fernseh-Übertragungen zurückziehen, dann werden wir auch entsprechend Konsequenzen ziehen."

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