
Der Gruppensturz hatte sich in einer Abfahrt bei der Baskenland-Rundfahrt ereignet. Das Rennen gilt als wichtigste Vorbereitung für die Tour de France. Mehrere Fahrer waren bei hohem Tempo in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen und in einen Betongraben gefahren.
Mehrere Fahrer teils schwer verletzt
Vingegaard musste mit einer Trage abtransportiert werden. Sein Team teilte später mit, der 27-Jährige habe sich bei dem Sturz einen Schlüsselbeinbruch und mehrere Rippenbrüche zugezogen. Außerdem habe er eine Lungenquetschung und einen Pneumothrax erlitten. Bei dieser Verletzung dringt Luft in den Spalt zwischen Lunge und Brustwand, weshalb sich die Lunge nicht mehr ganz ausdehnen kann. Es kann zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen. Vingegaards Zustand sei stabil, hieß es. Er bleibe jedoch bis auf Weiteres im Krankenhaus.
Neben Vingegaard hatten sich auch sein Kontrahent Remco Evenepoel und der Australier Jay Vine verletzt. Evenepoel zog sich Brüche am rechten Schlüsselbein und Schulterblatt zu. Bei Vine wurden ein Halswirbelbruch und zwei Brüche der Brustwirbelsäule diagnostiziert. Er habe keine neurologischen Schäden davongetragen, hieß es später vom "UAE-Team Emirates".
Diskussion um Sicherheit bei Radrennen
Die Ursache des Massensturzes ist noch unklar. Aber sie verschärft die Sicherheitsdebatte, die bereits nach dem Sturz des belgischen Radprofis Wout von Aert während eines Rennens in Flandern ausgebrochen war. Van Aert war auf einem Kopfsteinpflaster-Abschnitt zu Fall gekommen und hatte sich mehrere Knochenbrüche zugezogen. Anschließend war eine Entschärfung des Abschnitts gefordert werden, der am Sonntag auch zum Klassiker-Rennen Paris-Roubaix gehört.
Nur drei Tage vor dem Rennen stürzte dort auch der frühere Roubaix-Sieger John Degenkolb im Training. Das teilte sein niederländisches Team "dsm-firmenech" mit. Demnach klagte der 35-Jährige nach dem Sturz über Knieschmerzen. Ob sein zwölfter Start bei Paris-Roubaix gefährdet ist, war nicht klar.
Nach reichlich Regen in den vergangenen Tagen sind die groben Kopfsteinpflaster-Passagen in Nordost-Frankreich sehr glatt. Die Organisatoren des Rennens wollen den Abschnitt nun mit einer Schikane entschärfen. Nach Meinung vieler Fahrer führt das aber zu einem zusätzlichen Risiko.
Diese Nachricht wurde am 05.04.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.