Neobroker
Trade Republic startet Service-Offensive - Millionenbeträge in Kundenbetreuung investiert

Deutschlands wertvollstes Start-up, der Neobroker Trade Republic, hat eine Service-Offensive gestartet.

    Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man das Logo der App Trade Republic.
    Trade Republic reagiert mit Service-Offensive auf Kritik. (Fabian Sommer / dpa / Fabian Sommer)
    Das Berliner Finanzunternehmen reagiert damit auf die andauernde Kritik an seiner Kundenbetreuung. Mehr als 1.000 geschulte Mitarbeiter stünden bereit, um Nutzern rund um die Uhr in acht Sprachen zu helfen, per Live-Chat, Telefon oder Rückrufanforderung, heißt es in einer Mitteilung von Trade Republic. In den vergangenen sechs Monaten sei ein zweistelliger Millionenbetrag investiert worden. Mitgründer Christian Hecker betonte, der Kundenservice sei von Grund auf neu entwickelt worden.

    Konkurrenz für etablierte Banken und Sparkassen

    Trade Republic zählt mehr als 10 Millionen Kunden in Europa, davon über fünf Millionen in Deutschland, und verwaltet mehr als 150 Milliarden Euro Kundenvermögen. Ende vergangenen Jahres stieg die Finanzplattform mit einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro zum wertvollsten deutschen Start-up auf.
    Das Fintech, 2019 gestartet, erlebte in der Corona-Pandemie einen Boom. Seit 2023 hat die Firma, die rein auf App-Basis agiert, eine Vollbanklizenz und bietet etwa Bezahlkarten und Girokonten an. Zudem folgte die Expansion ins Ausland, darunter Frankreich, Italien und Spanien. Der Markt der Investmentplattformen ist umkämpft. Auch Mitbewerber wie das Münchner Start-up Scalable Capital oder Finanzen.net Zero aus Karlsruhe kündigten zuletzt immer wieder Neuerungen an.
    Mit niedrigen Gebühren etwa für Aktienhandel, hohen Tagesgeldzinsen und kostenfreien Sparplänen für ETFs sind die Neobroker zu einer harten Konkurrenz für etablierte Banken geworden. Trade Republic wirbt damit, den Einlagenzinssatz der Europäischen Zentralbank komplett an Kunden weiterzugeben - derzeit 2,0 Prozent. Scalable Capital zahlt sogar 2,5 Prozent auf Tagesgeldkonten.

    Viele Negativschlagzeilen kratzen am Image

    Allerdings steht Trade Republic immer wieder in der Kritik wegen Mängeln beim Service. Viele Negativschlagzeilen, etwa zu Problemen beim Depotübertrag, brachten der Firma einen Imageschaden. 
    Nach einem Bericht des "Handelsblatts" gab es bei den Verbraucherzentralen in Deutschland von Januar bis September 2025 über 300 Beschwerden zu Trade Republic und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund sei ein schwer oder nicht erreichbarer Kundenservice. Eine Sprecherin führte den Anstieg der Beschwerden damals auf das Wachstum der Firma zurück, die Zahl der Nutzer habe sich binnen 18 Monaten fast verdoppelt.
    Diese Nachricht wurde am 15.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.