
Für die Durchsetzung der eigenen Kultur gegenüber den Metropolen Paris und Marseille spielen Musikveranstaltungen wie das Festival Cornouaille eine entscheidende Rolle. Seit 1923 versammeln sich in Quimper Künstler, um den Wurzeln bretonischer Musik nachzuspüren, in diesem Jahr zum 95. Mal.
In der bretonischen Musik offenbart sich ein Geist, der von Weltoffenheit gekennzeichnet ist. Die kulturellen Einflüsse, die auf ihn einwirken, reichen weit über die europäischen Grenzen hinaus bis in die arabische Kultur.
Die stilprägenden Interpreten der Szene entfernen sich dabei auch vom traditionellen Modell, Vokalmusik ohne Begleitung aufzuführen. Sie bedienen sich bestimmter modaler Systeme und verfolgen typische Variationsformen.
Die Instrumente wie Bombarde, Uillean Pipes, keltische Violinen und Flöten, Akkordeon und arabische Lauten werden solistisch oder als Gesangsbegleitung gespielt und bestimmen den einzigartigen Klang.

Beim altehrwürdigen Festival de Cornouaille in Quimper, im nord-westlichen Frankreich, wird das Erbe zugleich konserviert und aufgebrochen. Die Wettbewerbe, Tanzabende und Konzerte stehen für die ursprünglichen Formen der Traditionen. Die alten Instrumente mit ihren speziellen Tonskalen sind aber auch eine Ausgangsbasis für die Auseinandersetzung mit Elektro- und Rockmusik.