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Tragisches Ende einer Dienstfahrt

Am 6. Juni 1971 war die Mission Soyuz-11 von Baikonur aus ins All gestartet. Einen Tag später schrieb die Besatzung Raumfahrt-Geschichte: Erstmals koppelte eine Kapsel an eine Raumstation in der Erdumlaufbahn an.

Von Dirk Lorenzen |
    Drei Wochen lang blieben Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow an Bord von Saljut-1, der ersten Raumstation überhaupt. Sie führten zwar einige wissenschaftliche Experimente durch, aber ihre Hauptaufgabe war einfach, die Raumstation einige Wochen in Betrieb zu halten.

    Die drei waren nur zum Einsatz gekommen, weil bei einem Kosmonauten der ursprünglich geplanten Besatzung wenige Tage vor dem Start der Verdacht auf eine Tuberkulose-Erkrankung aufgekommen war. Nach den sowjetischen Flugregeln wurde daraufhin die gesamte Besatzung ausgetauscht. Übrigens bestätigte sich der Tuberkulose-Verdacht später nicht.

    Am 29. Juni 1971, heute vor 40 Jahren, koppelte die Besatzung von Soyuz-11 von der Raumstation ab und leitete die Rückkehr zur Erde ein. Um 23:47 Uhr deutscher Zeit trennten sich Orbitalmodul und Rückkehrkapsel des Raumschiffs. Dabei wurde ein Ventil beschädigt, das während des Eintritts in die Erdatmosphäre den Druck in der Kapsel regulieren sollte.

    In einer Höhe von etwa 170 Kilometern entwich binnen Sekunden die gesamte Luft und der Druck in der Kapsel sank auf Null. Die drei Kosmonauten waren sofort tot.

    Soyuz-11 landete voll automatisch eine halbe Stunde später. Als die Bergungstruppen die Kapsel öffneten, fanden sie die Besatzung tot in den Sitzen.


    Die Besatzung von Soyuz-11

    Informationen zur Mission von Soyuz-11

    Erinnerung an alle verunglückten Raumfahrer