Wenn der Chor der Bergleute singend durch die Gassen des Alentejo-Städtchens Aljustrel schreitet, stehen fast alle Einwohner ergriffen-begeistert am Straßenrand und hören zu. Bergleute sind Respektspersonen in Aljustrel. Und das Bergwerk – 'a mina', wie alle es nennen – ist eine Institution. 'Viele Bergleute sind in ihr gestorben', singen die Bergarbeiter in ihren alten Uniformen und manchem Zuschauer stehen die Tränen in den Augen. Denn jetzt soll die Mine sterben. Und dann stirbt auch Aljustrel, meint der alte Bergmann Felisberto Galope:
"Wenn das Bergwerk stillgelegt wird, ist es auch mit Aljustrel vorbei. Dann müssen die Leute wieder emigrieren, wie früher. Und das bei all dem Reichtum unter der Erde. Zu schade, dass der nicht ausgebeutet wird."
Weil die Zinkpreise auf dem Weltmarkt gefallen sind, steht die Mine von Aljustrel still, haben in dem 6.000-Einwohner-Städtchen mehr als 500 Menschen keine Arbeit mehr. Die 28-jährige Bergarbeiterin Dora Mestre, verheiratet, ein Kind, ist eine von vielen:
"Jetzt suche ich neue Arbeit und sitze zu Hause herum. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt."
Bestimmt nichts Gutes, vermutet Dora. Denn im strukturschwachen Alentejo gibt es so gut wie keine Industrie, also auch keine Arbeitsplätze. Und im in den Weiten des Alentejo irgendwie verlorenen Aljustrel schon gar nicht. Neben einer kleinen Fabrik ist die Stadtverwaltung der größte Arbeitgeber. Eigens angelegte Industriegebiete stehen seit Jahren leer, es kommen einfach keine Unternehmen in den Ort, klagt der Bürgermeister José Goudinho. Die Regierung tue nichts für die abgelegene Region und die Gemeinde könne nicht noch mehr tun:
"Wir bieten hier zwar gute Lebensqualität für viele Leute, haben viel investiert. Aber das alles reicht nicht, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen."
Ein Schwimm- und ein Hallenbad hat die kleine Gemeinde gebaut, eine große, moderne Stadtbibliothek und Sportanlagen. Jeder kennt sich, jeder grüßt sich auf der von Orangenbäumen umsäumten Strasse vor dem Rathaus. Eigentlich lebe sie gern hier, versichert die Bergarbeiterin Dora Mestre. Aber:
"Im Prinzip will ich in Aljustrel bleiben. Doch wenn das Bergwerk nicht wieder aufmacht, muss ich wohl ins Ausland gehen. Wir haben einen 2-jährigen Sohn, müssen unseren Wohnungskredit abbezahlen. Mein Mann hat zwar noch Arbeit, aber das Geld reicht bei Weitem nicht für alle Kosten."
Vor allem, weil Dora nicht einmal Arbeitslosengeld bekommt. Sie war, wie die meisten der Bergarbeiter, als Scheinselbstständige angestellt, fuhr Zehn-Stunden-Schichten 150 Meter unter der Erde und bekam dafür rund 1000 Euro im Monat - viel Geld im Alentejo. Die harte Arbeit hat ihr Spaß gemacht:
"In Aljustrel gibt es keine große Auswahl, was die Arbeit betrifft. Darum habe ich den Job im Bergwerk angenommen. Es hat mir sehr gut gefallen und wenn das Bergwerk wieder eröffnet würde, würde ich gern wieder dort arbeiten."
Doch der Zinkpreis sinkt weiter und die Chancen, dass das Bergwerk von Aljustrel wieder den Abbau aufnimmt, stehen eher schlecht. Obwohl jetzt ein portugiesisches Unternehmen die Mine vom bisherigem Besitzer, einem kanadischen Konzern, übernehmen soll. Bürgermeister José Goudinho will weiter versuchen, andere Unternehmen in sein Städtchen zu locken, denn:
"Das Überleben unseres Heimatortes kann ja nicht von der Fluktuation des Weltmarktpreises für Metalle abhängen."
Felisberto Galope, der alte Bergarbeiter, steht derweil mit seinen Freunden vom Bergarbeiterchor eher hoffnungslos auf dem Hauptplatz. Und Dora Mestre ist gegangen, um ihren Sohn aus der städtischen Kinderkrippe abzuholen.
"Wenn das Bergwerk stillgelegt wird, ist es auch mit Aljustrel vorbei. Dann müssen die Leute wieder emigrieren, wie früher. Und das bei all dem Reichtum unter der Erde. Zu schade, dass der nicht ausgebeutet wird."
Weil die Zinkpreise auf dem Weltmarkt gefallen sind, steht die Mine von Aljustrel still, haben in dem 6.000-Einwohner-Städtchen mehr als 500 Menschen keine Arbeit mehr. Die 28-jährige Bergarbeiterin Dora Mestre, verheiratet, ein Kind, ist eine von vielen:
"Jetzt suche ich neue Arbeit und sitze zu Hause herum. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt."
Bestimmt nichts Gutes, vermutet Dora. Denn im strukturschwachen Alentejo gibt es so gut wie keine Industrie, also auch keine Arbeitsplätze. Und im in den Weiten des Alentejo irgendwie verlorenen Aljustrel schon gar nicht. Neben einer kleinen Fabrik ist die Stadtverwaltung der größte Arbeitgeber. Eigens angelegte Industriegebiete stehen seit Jahren leer, es kommen einfach keine Unternehmen in den Ort, klagt der Bürgermeister José Goudinho. Die Regierung tue nichts für die abgelegene Region und die Gemeinde könne nicht noch mehr tun:
"Wir bieten hier zwar gute Lebensqualität für viele Leute, haben viel investiert. Aber das alles reicht nicht, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen."
Ein Schwimm- und ein Hallenbad hat die kleine Gemeinde gebaut, eine große, moderne Stadtbibliothek und Sportanlagen. Jeder kennt sich, jeder grüßt sich auf der von Orangenbäumen umsäumten Strasse vor dem Rathaus. Eigentlich lebe sie gern hier, versichert die Bergarbeiterin Dora Mestre. Aber:
"Im Prinzip will ich in Aljustrel bleiben. Doch wenn das Bergwerk nicht wieder aufmacht, muss ich wohl ins Ausland gehen. Wir haben einen 2-jährigen Sohn, müssen unseren Wohnungskredit abbezahlen. Mein Mann hat zwar noch Arbeit, aber das Geld reicht bei Weitem nicht für alle Kosten."
Vor allem, weil Dora nicht einmal Arbeitslosengeld bekommt. Sie war, wie die meisten der Bergarbeiter, als Scheinselbstständige angestellt, fuhr Zehn-Stunden-Schichten 150 Meter unter der Erde und bekam dafür rund 1000 Euro im Monat - viel Geld im Alentejo. Die harte Arbeit hat ihr Spaß gemacht:
"In Aljustrel gibt es keine große Auswahl, was die Arbeit betrifft. Darum habe ich den Job im Bergwerk angenommen. Es hat mir sehr gut gefallen und wenn das Bergwerk wieder eröffnet würde, würde ich gern wieder dort arbeiten."
Doch der Zinkpreis sinkt weiter und die Chancen, dass das Bergwerk von Aljustrel wieder den Abbau aufnimmt, stehen eher schlecht. Obwohl jetzt ein portugiesisches Unternehmen die Mine vom bisherigem Besitzer, einem kanadischen Konzern, übernehmen soll. Bürgermeister José Goudinho will weiter versuchen, andere Unternehmen in sein Städtchen zu locken, denn:
"Das Überleben unseres Heimatortes kann ja nicht von der Fluktuation des Weltmarktpreises für Metalle abhängen."
Felisberto Galope, der alte Bergarbeiter, steht derweil mit seinen Freunden vom Bergarbeiterchor eher hoffnungslos auf dem Hauptplatz. Und Dora Mestre ist gegangen, um ihren Sohn aus der städtischen Kinderkrippe abzuholen.