
Das Treffen, die sogenannte Jalsa Salans, dauert drei Tage. Erwartet wird auch eine Videoansprache des geistigen Oberhaupts der Ahmadiyya.
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), kurz Ahmadiyya, ist eine Sondergemeinschaft des Islam, die 1889 von dem Islamgelehrten Mirza Ghulam Ahmad in der nordindischen Region Pandschab ins Leben gerufen wurde. Ihr Gründer bezeichnete sich als den vom Propheten Mohammed verheißenen Mahdi, der die Endzeit der Menschheit einleitet. Als Wiederkunft von Jesus, Krishna und Buddha in einer Person werde er alle Religionen unter dem Banner des Islam vereinen und mit Gott versöhnen. Mit dieser Botschaft sammelten er und seine Nachfolger ("Kalifen") wachsende Gefolgschaft. Heute zählen nach Angaben der AMJ etwa 40 Millionen Menschen in rund 200 Ländern zu der Glaubensgemeinschaft. In Deutschland leben geschätzt 40.000 bis 50.000 Ahmadis. Die Ahmadiyya versteht sich als missionarische Reformbewegung für einen betont friedlichen und dialogorientierten Islam unter dem Motto "Liebe für alle, Hass für keinen".
Kritiker werfen der AMJ jedoch vor, bei aller Dialogrhetorik einen rückwärtsgewandten Islam zu vertreten. Dabei verweisen sie besonders auf die strenge Trennung der Geschlechter und problematische Zitate zur Homosexualität. Zudem wird der Gemeinschaft ein gewisser innerer Zwang unterstellt. Die Ahmadiyya weisen solche Vorwürfe als unbegründet zurück. Viele, vor allem orthodoxe Muslime, erkennen die Ahmadis nicht als Teil ihrer Glaubensgemeinschaft an. Vor allem in ihrer Hochburg Pakistan sind sie teils massiver Verfolgung ausgesetzt. Hauptquartier und Sitz des fünften Ahmadi-Kalifen Mirza Masrur Ahmad ist heute London.
Diese Nachricht wurde am 30.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.