Jugendbewegung in Indien
Trotz Demonstrationsverbots: Protest der "Kakerlaken Partei" formiert sich in Neu Delhi

Trotz eines Demonstrationsverbots haben sich in der indischen Hauptstadt Neu Delhi tausende Anhänger der sogenannten "Kakerlaken-Volkspartei" versammelt.

    Aktivisten und Mitglieder der Kakerlaken-Partei halten in Neu Delhi Plakate hoch.
    In Neu Delhi in Indien protestieren Aktivisten und Mitglieder der Kakerlaken-Partei gegen Bildungsminister Pradhan und Premierminister Modi. (AFP / MANAN VATSYAYANA)
    Sie wollen in Richtung Parlament ziehen, wo heute die neue Sitzungsperiode beginnt. Die Behörden hatten den Protestzug der Jugend- und Studierendenbewegung mit Verweis auf Sicherheitsbedenken verboten, rund um das Parlament gilt ein Versammlungsverbot.
    Am Morgen kesselte die Polizei das zentrale Protestcamp der Bewegung ein, wo sich Studierende, Dozenten und Familien mit Kindern zusammenfanden. Die Menge wandte sich in Sprechchören gegen Bildungsminister Pradhan und Premierminister Modi. Die Proteste wurden am Wochenende befeuert, nachdem der prominente Aktivist Sonam Wangchuk, der die Bewegung ebenso wie einige Oppositionspolitiker und Bollywood-Stars unterstützt, nach drei Wochen Hungerstreik gewaltsam in ein Krankenhaus gebracht wurde.
    Die "Kakerlaken-Volkspartei" entstand vor zwei Monaten, als der Vorsitzende Richter am Obersten Gerichtshof arbeitslose junge Menschen als Kakerlaken bezeichnet hatte. Der Protest entzündete sich zudem daran, dass nationale Aufnahmeprüfungen für ein Medizinstudium nach geleakten Prüfungsfragen abgesagt wurden. Zahlreiche junge Menschen lernen dafür teils Jahre. Ein Medizinstudium kann für viele einen Ausweg aus Armut bedeuten.
    Beobachter schätzen ihre Bewegung als bisher größte Herausforderung in Modis dritter Amtszeit ein.
    Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.