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StartseiteWirtschaft am MittagVolkswagen mit Auslieferungsrekord10.01.2019

Trotz Dieselbetrug und WLTP-ZulassungVolkswagen mit Auslieferungsrekord

Volkswagen bleibt auf Erfolgskurs: Die Kernmarke stellte 2018 einen neuen Allzeit-Rekord beim Absatz auf. Sorge bereitet jedoch der chinesische Automarkt, der zuletzt geschrumpft ist. VW verkauft inzwischen jedes zweite Auto in China – und ist damit abhängig von diesem riesigen Markt.

Von Dietrich Mohaupt

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Autos stehen in einer Halle auf der Internationalen Automobil-Ausstellung. Menschen gehen unter einem Schild mit der Aufschrift "Volkswagen" lang. (dpa / Dycj / Imaginechina)
Vor allem der chinesische Markt ist wichtig für VW (dpa / Dycj / Imaginechina)
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Am Anfang steht eine Zahl – und schon wieder ein Rekord bei der Auslieferung von Fahrzeugen an Kunden.

"Wir haben mit 6,24 Millionen Fahrzeugen weltweit in der Marke Volkswagen einen all-time-record, also einen Allzeit-Rekord aufgestellt und den Rekord vom letzten Jahr noch einmal schlagen können."

Ein winziges Plus von 0,2 Prozent - Volkswagen Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann wirkt zufrieden bei der Präsentation dieser Zahlen im Wolfsburger Stammwerk – und das, obwohl der in den vergangenen Jahren traditionell immer sehr starke chinesische Automobilmarkt insgesamt deutlich eingebrochen ist. Das habe natürlich Spuren in der eigenen Bilanz hinterlassen, so Stackmann, denn "ganz simpel gesprochen, verkaufen wir inzwischen jeden zweiten Volkswagen in China. Zum ersten Mal seit acht Jahren ist der chinesische Gesamtmarkt nicht gewachsen, sondern sogar leicht geschrumpft – vor allem im zweiten Halbjahr des Jahres. Wir konnten unsere Position im chinesischen Markt weiter ausbauen, das heißt, der Marktanteil der Marke Volkswagen in China ist gewachsen, aber wir eben in dem Volumen insgesamt nicht."

VW wächst vor allem in Südamerika und den USA

Dass es trotzdem zu einem neuen Auslieferungsrekord gereicht hat – das hat Volkswagen starken positiven Impulsen aus anderen Regionen zu verdanken. Die Wolfsburger Kernmarke hat vor allem in Südamerika zum Teil um mehr als 28 Prozent gegenüber 2017 zugelegt. Damit konnte der schwächelnde chinesische Markt mehr als kompensiert werden.

"Wir sind sehr stark gewachsen in den USA, sehr stark gewachsen in Südamerika – das war der stärkste Wachstumsimpuls – wir sind sehr stark gewachsen hier in Westeuropa, trotz auch unserer eigengemachten Probleme mit der WLTP-Zulassung hier."

Die neue Abgasnorm nach dem sogenannten WLTP-Zyklus hatte Ende 2018 tatsächlich zu erheblichen Auslieferungsproblemen bei Volkswagen geführt – wegen der verpatzten Umstellung auf den neuen Prüfzyklus im Werk mussten zigtausende Autos auf eigens angemieteten Großparkplätzen zwischengelagert werden. Das Problem sei vom Tisch, betont Jürgen Stackmann.

"Wir haben sehr viel schneller als ursprünglich vielleicht auch mal befürchtet die Fahrzeuge ausliefern können an die Kunden, die ja auf die Fahrzeuge gewartet haben, oder an den Handel – sodass wir eigentlich bis Jahresende diese Zwischenlager komplett haben abbauen können. Es gibt kein Zwischenlager mehr für die Marke Volkswagen."  

Chinesischer Markt und E-Mobilität im Blick

Damit richtet Volkswagen auch einen sehr optimistischen Blick in die nähere Zukunft – für den Vertriebsvorstand wird 2019 wieder ein Jahr der Herausforderungen.

"2019 ist für uns ein magisches Jahr – 2019 entwickelt sich die Marke Volkswagen immer stärker zu einer E-Marke, wir werden dieses Jahr das erste Fahrzeug aus der ID-Familie präsentieren – Verkaufsstart 2020, aber die ersten Vorverkäufe können bereits dieses Jahr getätigt werden. Insgesamt erwarten wir ein positives Jahr 2019, viel Stabilität rund um den Globus und damit auch ein stabiles Jahr für unsere Marke Volkswagen."  

Vieles wird dabei für den VW-Konzern und auch für die Marke Volkswagen von der weiteren Entwicklung in China abhängen, man dürfe dort vor allem bei der Zukunftsperspektive E-Mobilität auf keinen Fall den Anschluss verlieren – nicht zuletzt deshalb hat Konzernboss Herbert Diess diesen Markt jüngst zur Chefsache erklärt.

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