Erste Regierungsumbildung
Trump entlässt umstrittene Heimatschutzministerin Noem

US-Präsident Trump hat seine umstrittene Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, zum 31. März solle der Senator des Bundesstaates Oklahoma, Markwayne Mullin, das Ressort übernehmen.

    US-Heimatschutzministerin Kristi Noem bei einer Senatsanhörung
    US-Heimatschutzministerin Kristi Noem bei einer Senatsanhörung (picture alliance / abaca / Douliery Olivier / ABACA)
    Noem ist damit die erste Ministerin aus der aktuellen US-Regierung, die ihren Hut nehmen muss. Sie soll nun den Posten der Sondergesandten für den "Schild Amerikas", einer neuen Sicherheitsinitiative für die westliche Hemisphäre, übernehmen. Mit westlicher Hemisphäre ist zumeist der Doppelkontinent Amerika gemeint. Trump dankte Noem für ihren Einsatz.
    Trump zufolge war Mullin zehn Jahre lang Mitglied des US-Repräsentantenhauses und drei Jahre lang Senator. "Markwayne wird ein hervorragender Heimatschutzminister", kündigte der Präsident an. Er solle sich für die Sicherheit an den Grenzen einsetzen und gegen die Kriminalität durch Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung vorgehen.

    Noem war in Bedrängnis geraten

    Bei einer Senatsanhörung war die 54-Jährige zuletzt ins Kreuzverhör zu Todesfällen bei Einsätzen der Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden gegen Migranten und zu den Taktiken ihres Ministeriums genommen worden. Die teils rabiaten Einsätze hatten zu landesweiten Protesten geführt. Kritiker werfen der Regierung unter Noem vor, dabei Bürgerrechte zu verletzen. 
    Noch Ende Januar hatte sich Trump demonstrativ dazu hinter Noem gestellt. "Ich denke, dass sie sehr gute Arbeit geleistet hat", sagte er nach den tödlichen Schüssen von Bundesbeamten auf zwei US-Bürger bei Zusammenstößen mit Anwohnern. In der Folge entbrannte ein Haushaltsstreit über Kurs und Finanzierung der Einwanderungspolitik. Während Republikaner teils noch schärfere Maßnahmen fordern, kritisieren Demokraten die Ausweitung von Befugnissen und verlangen stärkere parlamentarische Kontrolle und Transparenz im Gegenzug für Geldmittel. 

    Millionenschwere Kampagne führte zu Kritik

    Noem hatte bei der Anhörung wiederholt betont, die Maßnahmen ihres Ministeriums dienten der nationalen Sicherheit und beruhten auf gesetzlicher Grundlage. Sie war außerdem gefragt worden, ob sie ihre früheren Äußerungen revidieren wolle, wonach die getöteten US-Bürger als "Terroristen im Inland" zu betrachten seien. Die Beschreibung war im Nachhinein durch Videomaterial und lokale Berichte stark infrage gestellt worden.
    Zum Verhängnis wurde Noem aber vor allem auch eine millionenschwere Werbekampagne zur Abschreckung illegaler Migration. Ein republikanischer Senator merkte an, die Kampagne wäre eher zur Selbstvermarktung als zur effektiven Durchsetzung genutzt worden. Noem behauptete daraufhin, das Budget dafür sei von Trump abgesegnet worden - daraufhin sagte der Senator, das könne er sich nicht vorstellen, denn das bringe Trump in eine "äußerst unangenehme Lage". Trump selbst sagte im Anschluss, er habe nicht zugestimmt. Insgesamt zeigte die Anhörung, dass Sorgen über Noems Führungsverhalten mittlerweile parteiübergreifend sind.
    Diese Nachricht wurde am 05.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.