
Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Zölle in 30 Tagen in Kraft treten. Ausgenommen sein sollen lediglich Energieprodukte, Kalidünger, Fisch und kritische Mineralien. Die Nachrichtenagentur AP zitiert zudem einen Regierungsvertreter, wonach Trump seine Berater angewiesen habe, weitere Zölle gegen Kanada zu prüfen. Diese sollten nach Ansicht des Präsidenten verhängt werden, weil die Waldbrände in Kanada die Luftqualität in den USA beeinträchtigt hätten.
Trump greift auf Regel von 1930 zurück
Der kanadische Premierminister Carney wies die Vorwürfe zurück. Dies sei der jüngste Schritt in einer Reihe einseitiger US-Handelsmaßnahmen, erklärte er. Er betonte, sein Land habe Vorschläge zur Beilegung der Streitigkeiten unterbreitet.
Als Grundlage für seine neuen Zölle will Trump auf eine fast hundert Jahre alte Rechtsvorschrift zurückgreifen. Die Norm von 1930 ermöglicht es den US-Behörden, gegen Länder mit "diskriminierenden" Handelspraktiken vorzugehen. Zuvor hatte das Oberste Gericht in den USA ihm untersagt, Zölle unter Berufung auf ein Notstandsgesetz zu verhängen. Seitdem sucht seine Regierung alternative Wege, angedrohte Zölle durchzusetzen.
Trump hat wiederholt Zölle angekündigt, die letztlich nicht umgesetzt wurden. Experten gehen davon aus, dass Trump mit den Drohungen versucht, die eigene Verhandlungsposition zu verbessern.
Abkommen sieht weitgehend zollfreien Handel vor
Zwischen den USA, Kanada und Mexiko gilt das Handelsabkommen USMCA. Es sieht den weitgehend zollfreien Handel zwischen den drei Staaten vor. Die drei Vertragsparteien hatten in der ersten Jahreshälfte über eine Verlängerung des Abkommens um 16 Jahre verhandelt. Die Regierungen in Mexiko-Stadt und Ottawa setzten sich dafür ein, Washington lehnte dies ab. Das Regelwerk ist weiterhin in Kraft, wird aber jährlich überprüft.
Diese Nachricht wurde am 21.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
