Bericht
Trumps Plan für den Gazastreifen kommt nicht voran - offenbar kaum Geld eingesammelt

​Der von US-Präsident Trump initiierte sogenannte "Friedensrat" für den Gazastreifen hat offenbar nur einen Bruchteil ‌der eigentlich zugesagten ⁠17 Milliarden Dollar ⁠erhalten. Laut der Nachrichtenagentur Reuters fehlen damit die finanziellen Mittel für den versprochenen Wiederaufbau des im Krieg mit Israel verwüsteten Palästinensergebiets.

    Donald Trump präsentiert eine unterzeichnete Urkunde. Die Platzkarte vor ihm trägt die Aufschrift "Donald J. Trump - Institute of Peace".
    US-Präsident Trump bei der ersten Zusammenkunft des von ihm gegründeten Friedensrats am 19. Februar. (picture alliance / AP / Mark Schiefelbein)
    Von zehn Ländern, die Geld versprochen hatten, hätten nur drei - die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko und die USA selbst - tatsächlich Mittel bereitgestellt, heißt es unter Berufung auf Insider. Bisher ⁠sei ⁠weniger als eine ⁠Milliarde Dollar zusammengekommen. Dies verhindere, dass das von den ⁠USA unterstützte Nationale Komitee für die Verwaltung ⁠Gazas die Kontrolle von ‌der Hamas übernehmen könne. Der Krieg im Iran habe alles verändert, heißt es weiter.

    Lage in den Palästinensergebieten weiterhin schwierig

    Die Nachrichtenagentur AP berichtet unter Berufung auf US-Kreise, der Friedensrat warte auch noch immer auf eine Reaktion der Hamas auf die Forderung nach ihrer Entwaffnung. Eine konkrete Frist soll es bislang aber nicht geben. Israel macht einen vollständigen Truppenabzug von der Entwaffnung abhängig, ‌während die militant-islamistische Miliz Garantien für einen israelischen Abzug aus dem Gazastreifen fordert.
    AP berichtet außerdem von großen Schwierigkeiten hinter dem von Israel kontrollierten Grenzübergang in das Palästinensergebiet. Hilfslieferungen kämen nur langsam und vereinzelt dort an. Viele Menschen leben demnach in Zeltlagern und beschädigten Wohnhäusern. Fünf internationale Hilfsorganisationen erklärten in einer Bilanz, der 20-Punkte-Plan der USA für eine Waffenruhe im Gazastreifen scheitere auf humanitärer Ebene weitgehend. Die Lage dort habe sich seit Beginn des Iran-Kriegs weiter verschlechtert.

    "Friedensrat" ohne deutsche Mitgliedschaft

    US-Präsident Trumps Anfang des Jahres gegründeter Friedensrat tagte am 19. Januar zum ersten Mal. Zentrale Aufgabe sollte dem Weißen Haus zufolge sein, den US-Plan für ein Ende des Krieges im Gazastreifen zu überwachen. In der Charta des "Friedensrates" wurde Gaza dann aber nicht mehr ausdrücklich erwähnt. Stattdessen enstand mehr und mehr der Eindruck, es solle ein Gremium geschaffen werden, das den UNO-Sicherheitsrat ersetzen soll - von dem Trump nichts hält.
    27 Länder sind dem Rat beigetreten, darunter auch die EU-Mitgliedsstaaten Ungarn und Bulgarien. Viele andere Länder lehnten eine Mitgliedschaft ab. Einige Staaten, darunter Deutschland, waren beim ersten Treffen des Rates in beobachtender Funktion dabei. Auch die Bundesregierung hatte sich gegen eine Mitgliedschaft entschieden. Sie sieht ihn – wie viele andere Staaten – als nicht erwünschte Konkurrenz zum UNO-Sicherheitsrat.
    Diese Nachricht wurde am 10.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.